
Branford Marsalis war schon damals von dem Freund seines kleinen Bruders Jason beeindruckt. Denn Doug Wamble hatte schon in jungen Jahren ein fundiertes Wissen über all die Musikstile, die entlang des Mississippi gespielt werden. Nach Wambles jazzigem Country-Blues-Debüt „Country Libations” hat Branford Marsalis auch sein zweites Album „Bluestates” produziert und unter seinem Label veröffentlicht.
Doug Wamble hat keine Berührungsängste vor unterschiedlichsten Musikgenres und ihren Vertretern. Für den Sänger und Gitarristen ist es kein Widerspruch mit Traditionalisten oder Avantgardisten des Jazz zu spielen, wie mit Wynton Marsalis oder John Zorn. Ebenso war er schon mit Vokalistinnen wie Cassandra Wilson und Madeleine Peyroux zu hören. Was kann man also von einem musikalischen Grenzgänger wie Wamble erwarten, wenn er nun seine eigenen Kompositionen spielt?
Zunächst einmal finden sich auch drei Coverversionen auf dem Album. Neben einem Traditional sind auch Kompositionen von Peter Gabriel und Stevie Wonder vertreten. Bei Gabriels „Washing of the Water“ Interpretation orientiert sich Wamble an dem einfühlsamen Text und verwandelt den einstigen Popsong in eine elegant fließende Jazzversion. Und Wonders „Have a Talk with God“ befördert er zurück in das Mississippi Blues Delta, mit wimmernder Slide-Gitarre und rhythmisierendem Klavier.
Während Doug Wamble bei seinen Interpretationen einem Musikstil verhaftet bleibt, gleichen seine Eigenkompositionen musikalischen Rundreisen auf dem Mississippi. Bestes Beispiel hierfür ist „Rockin’ Jerusalem“. Der Song beginnt als anklagender Gospel, geht dann in einen stampfenden Blues über, der sich daraufhin in Jazzimprovisationen aufzulösen scheint, bis er wieder zu seinem Ausgangspunkt zurückkehrt. Doug Wamble hat Soul, er hat Blues und in seinen Adern fließt Jazz. Er ist einfach ein verdammt guter Musiker!
Matthias Schneider







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