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16.06.05 - 23.15 : tracks - 17/06/05

Dream - Jean Rollin

In Deutschland, Spanien und England ist Regisseur Jean Rollin längst eine Kultfigur des erotischen Horror Films. Doch in seiner Heimat Frankreich, kennt kaum einer seine schrägen Streifen. Wir trafen den Meister des Kitsch in seiner Hexenküche. „Sexualterror der entfesselten Vampire“, „Zombies- Geschändete Frauen“, Lady Dracula“, die Titel seiner Filme klingen eher wie ein Witz. Aber Rollin hat nicht nur Fans. Die Meisten werfen ihm vor, inhaltslose Drehbücher zu schreiben und mieseste Schauspieler vor die Kamera zu holen.

Über 18 Spielfilme hat Jean Rollin bisher in 35mm gedreht. Er ist der Erfinder aber auch gleichzeitig fast der einzige Vertreter des erotischen Horror-Kinos. Eine eingefleischte Fan-Gemeinde hält seinem Cocktail aus Sex, Gewalt und Surrealismus kompromisslos die Treue. Rollin geht es aber vor allen Dingen darum, sich von den engstirnigen Regeln des Kinos loszureißen. In Rollins Filmen kommen Axt und Sichel ziemlich oft zum Einsatz.
Rollins Karriere begann eigentlich, als er mit seiner Mutter eines Tages den Kinosaal verwechselte und aus versehen in der Vorführung des Streifens „Das Haus von Dracula“ landete. Der Vampir, Frankenstein und der Werwolf faszinierten den kleinen Jean dermaßen, dass er beschloss auch irgendwann mal Regisseur zu werden.
Bei der Armee lernt Jean Rollin den Umgang mit der Film-Kamera, mit 29 dreht er seinen ersten Film „Die Vergewaltigung des Vampirs“. Viel nackte Haut soll das Publikum in die Kinos locken.
Und es funktioniert. Rollins Film ist der Einzige, der in Paris während der 68er Krawalle in die Kinos kommt.

Jean Rollin : "Das war ein fürchterlicher Skandal. Die Zuschauer haben gebrüllt und alles Mögliche an die Leinwand geworfen. Die Damen an der Kasse sagten mir, ich solle lieber gehen, weil einige mich verprügeln wollten. Furchtbar! Ich war ja damals noch jung, noch nicht mal dreißig, und total naiv. Aber das bin ich anscheinend heute noch, sagt man zumindest. Jedenfalls, habe ich damals nicht kapiert, warum die Leute so außer sich waren. Die waren wütend auf mich. Danach gab es Schauspieler die nicht mehr mit mir arbeiten wollten, weil man ihnen gesagt hatte, dass sie im Bordell eines exotischen Landes enden, wenn sie sich mit mir einlassen."

Ende der siebziger Jahre wechselt Rollin in die Porno-Branche. Am Set lernt er Brigitte Lahaie kennen, die seine Lieblings-Darstellerin wird. Ihren ersten nicht-pornografischen Film dreht die Schauspielerin mit Rollin, woraufhin sie das Business verlässt um eine Karriere als Fernsehmoderatorin und Schriftstellerin zu starten. Inzwischen hat Rollin eine neue Muse gefunden. Wie Brigitte Lahaie hat sich auch Ovidie einen Namen durch Porno-Videos gemacht. Rollin hat ihr bereits die Hauptrolle in seinem nächsten Film zugesagt. Letzte Probe auf einem Pariser Friedhof.

Der Beginn der Dreharbeiten ist für diesen Sommer angesetzt. Gerade noch hat Rollin das schlimmste verhindern können. Während einer Kostümprobe fiel ihm auf, dass Ovidie ein Kreuz am Hals trug. Womöglich hätte sie ihm im letzten Moment noch alle Vampire verjagt.
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Ovidie
Mit 18 Jahren kommt Ovidie nach Paris um Pornos zu drehen. Zwei Jahre und 63 Filme später beschließt sie selbst die Regie zu übernehmen. Für das Drehbuch zu ihrem ersten Porno-Streifen „Orgie in Schwarz“ lässt sie von Jean Rollins Filmen inspirieren.
>> Ihre offizielle Website
Die DVD von « Orgie en Noir » ist beim Marc Dorcel Verlag erhältlich


Links
>> Die offizielle Website von Jean Rollin
>> Kommentierte Filmografie (auf Französisch)


DVD
Fascination
Killing car
La fiancée de Dracula
La morte vivante
La nuit des traquées
La rose de fer
La vampire nue
Le frisson des vampires
Le viol du vampire
Les démoniaques
Les raisins de la mort
Lèvres de sang
Requiem pour un vampire
Diese Filme sind beim LCJ-Verlag als DVD erhältlich
>> Die Website des Verlags


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TRACKS
Donnerstag, den 16. Juni um 23.15 Uhr
Wiederholung am Samstag, den 18. Juni um 17.50 Uhr
Redaktion: ARTE France, Program33
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Erstellt: 16-06-05
Letzte Änderung: 17-06-05


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