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Kino auf ARTE - 08/12/11

Drei Affen

(Üç Maymun)
Spielfilm, Turkei/Frankreich/Italien 2008, ARTE F
Regie: Nuri Bilge Ceylan; Buch: Nuri Bilge Ceylan, Ebru Ceylan, Ercan Kesal; Kamera: Gökhan Tiryaki; Schnitt: Nuri Bilge Ceylan, Ayhan Ergürsel, Bora Göksingö; Produzent: Zeynep Özbatur; Produktion: Zeynofilm, NBC Film, Pyramide Productions, BIM Distribuzione
Mit: Yavuz Bingöl - (Eyüp), Hatice Aslan - (Hacer), Ahmet Rifat Sungar - (Ismail), Ercan Kesal - (Servet), Cafer Köse - (Bayram), Gürkan Aydin - (Das Kind)

Der Geschäftsmann und angehende Politiker Servet überfährt nachts einen Fußgänger auf offener Straße und begeht Fahrerflucht. Aus Angst vor einer Gefängnisstrafe bietet er seinem Fahrer Eyüp eine große Summe Geld, wenn dieser an seiner Stelle die Haft absitzt. Doch damit stürzt er die mit einem furchtbaren Geheimnis geschlagene Familie nur noch tiefer in den Abgrund.



Bei Nacht und Nebel überfährt der Geschäftsmann und angehende Politiker Servet einen Fußgänger auf offener Landstraße. Er begeht Fahrerflucht, doch sein Auto und sein Nummernschild werden von einem vorbeifahrenden Fahrzeug erkannt. Aus Angst seine politische Karriere aufs Spiel zu setzen, macht Servet seinem langjährigen Chauffeur Eyüp ein Angebot: Der Angestellte geht für ihn sechs Monate ins Gefängnis, während Servet weiterhin dessen Lohn an Eyüps Frau Hacer auszahlt. Am Ende der Haftzeit erhält der Fahrer zudem eine große Summe Geld. Da seine Familie das Geld dringend gebrauchen kann, willigt Eyüp ein und lässt seine Frau und seinen Sohn Ismail für ein halbes Jahr zurück.
Doch nach einer Weile beginnt Servet sich auch für die attraktive Hacer zu interessieren und beginnt eine Affäre mit der vereinsamten Frau. Als Eyüps Sohn Ismail die beiden heimlich beobachtet, stürzt die Welt des ohnehin psychisch labilen Jungen in sich zusammen. Auch Eyüp merkt nach seiner Freilassung, dass sich in der Familie etwas verändert hat. Gequält von unausgesprochenen Gefühlen der Schuld und der Eifersucht entfernen sich Vater, Mutter und Sohn voneinander. Aber unter all den Dingen, die sie sich gegenseitig antun, verbirgt sich ein noch tieferes Drama, das die Familie schon seit langem belastet: Eyüps und Hacers zweiter Sohn ist vor Jahren unter mysteriösen Umständen ertrunken und spukt seitdem in den Köpfen der Familienmitglieder umher ...

Nuri Bilge Ceylan gilt als einer der renommiertesten Filmemacher der Türkei, seine Filme wurden schon mehrfach mit internationalen Filmpreisen ausgezeichnet. Für "Drei Affen" erhielt er 2008 den Preis für die beste Regie bei den Filmfestspielen in Cannes.
"Drei Affen" handelt wie die meisten Filme Ceylans von zwischenmenschlichen Beziehungen. Was als einfache Geschichte beginnt, entfaltet sich im Verlauf der Handlung zu einem komplexen Geflecht von Abhängigkeiten persönlicher, finanzieller und emotionaler Natur. Keine der Personen ist durchwegs positiv gezeichnet, jede hat auf ihre Art Schuld auf sich geladen: Die fremdgehende Mutter, der herrschsüchtige Vater, der im Gefängnis nur selten von seinen Angehörigen besucht wird, und der orientierungslose Sohn, der sich nachts mit anderen herumprügelt. Sie alle sind stark symbolträchtige Figuren, die mehr mit ihren Blicken und Taten, als mit Worten kommunizieren.
Um diese metaphorische Geschichte zu erzählen, bedient sich Ceylan starker Bilder, welche durch ihre digitale Farbbearbeitung nur noch wenig mit der Realität zu tun haben. Die Welt von "Drei Affen" ist geprägt von grauen Himmeln und weiten schwarzen Bildflächen, in denen die Figuren teils zu verschwinden scheinen.
Die namensgebenden drei Affen entstammen ursprünglich der Philosophie des Konfuzius. Sie bezeichnen die "Tugend", über das Schlechte hinwegzusehen, es nicht zu hören und nicht darüber zu sprechen.

Drei Affen
Donnerstag 29. Dezember 2011 um 02.05 Uhr
Keine Wiederholungen
(Türkei, Frankreich, Italien, 2008, 105mn)
ARTE F

Erstellt: 08-12-11
Letzte Änderung: 08-12-11