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EADS: Wie konnte es dazu kommen?

„EADS - Autopsie einer europäischen Krise“: Themenabend am 10. November um 21.00 Uhr Um 21.00 Uhr: „EADS - Autopsie einer europäischen Krise“, ein Dokumentarfilm von Frédéric Compain und Bruno Lancesseur. Videoauszüge Um 22.30 Uhr: Eine Debatte wird von Thomas Kausch moderiert. Als Internetuser können Sie auch an der Debatte in unserem Forum teilnehmen.

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EADS: Wie konnte es dazu kommen?

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EADS: Wie konnte es dazu kommen?

EADS - Autopsie einer europäischen Krise - 04/11/09

EADS & Airbus in Kürze

DER EADS-KONZERN

 

• 118 000 Mitarbeiter
• Umsatz (2008) : 43,3 Milliarden Euro

  • 14. Oktober 1999

In Straßburg (Frankreich) besiegeln der französische Premierminister Lionel Jospin in Begleitung seines Finanzministers Dominique Strauss-Kahn und Bundeskanzler Gerhard Schröder die Fusion zwischen dem französischen Konzern Aérospatiale-Matra (der zu 47 % dem französischen Staat und zu 33 % dem Lagardère-Konzern gehört) und der deutschen DASA, einer Tochtergesellschaft des Riesen DaimlerChrysler unter der Leitung von Jürgen Schrempp. Das zukünftige Unternehmen erhält den Namen EADS (European Aeronautic Defence and Space Company).

 

  • 10. Juli 2000

 

Gründung des Der EADS-Konzerns und Börsengang. Seit 1999 gehört neben den deutschen und französischen Firmen auch die spanische CASA dazu, die zu 100 % Eigentum des spanischen Staates ist.
Der Franzose Philippe Camus und der Deutsche Rainer Hertrich sind Kopräsidenten des Konzerns mit 96.000 Beschäftigten. Auch in allen anderen Führungsgremien herrscht Parität der Nationalitäten. Philippe Camus’ Rivale Noël Forgeard wird zum Airbus-Geschäftsführer ernannt.

 

  • Am 27. April 2005 startet der Airbus A380 im Flughafen Toulouse-Blagnac (Frankreich) zum Erstflug.

 

  • Im Juni 2005 kommt es zu zähen Verhandlungen zwischen Deutschen und Franzosen über die Nachfolge von Ph. Camus und R. Hertrich, deren Mandate auslaufen. Schließlich einigt man sich auf die Nominierung des Deutschen Thomas Enders und des Franzosen Noël Forgeard an der Spitze von EADS. Die Leitung von Airbus übernimmt der Deutsche Gustav Humbert, doch die Firma bleibt unter der Kontrolle von N. Forgeard.

 

  • Juni/Juli 2006: EADS erlebt eine Krise. Der Aktienkurs bricht ein, als ein beträchtlicher Lieferverzug beim A380 gemeldet wird. Noël Forgeard wird des Insiderhandels verdächtigt und durch Louis Gallois ersetzt.

 

  • Im Juli 2007 beenden Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy die doppelte Präsidentschaft von EADS und ernennen Louis Gallois zum einzigen Konzernvorsitzenden bis zum Jahr 2012. Dann soll ein Deutscher – wahrscheinlich Thomas Enders, sein Nachfolger an der Spitze von Airbus – diese Rolle übernehmen. 

 

 

Der EADS-Konzern heute

 

  • Hauptaktivitäten:

•    Bau von Flugzeugen für die zivile Luftfahrt (Airbus); dies macht drei Viertel des Konzernumsatzes aus
•    Bau von militärischen Transportflugzeugen (Military Transport Aircraft)
•    Bau ziviler und militärischer Hubschrauber (Eurocopter)
•    Bau von Trägerraketen, Telekommunikations- und Erdbeobachtungssatelliten (EADS Astrium)
•   Herstellung von Waffen und Verteidigungselektronik (Defence & Security)

 

  • Hauptaktionäre: 

•      auf deutscher Seite besitzt die Daimler AG 22,5 % des Kapitals
•      auf französischer Seite besitzt der Staat 17,5 % und der Lagardère-Konzern 5,5 % des Kapitals
•      auf spanischer Seite besitzt die SEPI (eine Holding des spanischen Staates) 5,49 % des Kapitals

>> Das Kapital von EADS

 

  • Das Top-Management:

•      Vorsitzender (CEO) von EADS ist der Franzose Louis Gallois
•      Airbus-Präsident ist der Deutsche Thomas Enders. Der ehemalige Kopräsident von EADS soll 2012 die Nachfolge von Louis Gallois an der Konzernspitze antreten.

• Das vollständige Organigramm von EADS (PDF)

>> Das Organigramm von EADS (PDF)


 

AIRBUS

 

• (2008) : 52 000 Mitarbeiter
• Umsatz (2007) : 25,2 Milliarden Euro

  • 18. Dezember 1970

Zusammenschluss der Deutschen Airbus (die aus der Fusion von Messerschmitt-Bölkow-Blohm und VFW-Fokker hervorgegangen ist) auf deutscher und der Aérospatiale auf französischer Seite zu einem Konsortium. Der Firmensitz befindet sich in Toulouse Blagnac (Frankreich).

 

  • 1971: Die spanische Firma CASA tritt dem Konsortium bei.

 

  • 28. Oktober 1972: Jungfernflug des Airbus A300.

 

  • 1979: British Aerospace tritt dem Konsortium bei. Die Anteile der einzelnen Staaten sind folgendermaßen verteilt: Franzosen und Deutsche haben je 38 % inne, die Briten 20 % und die Spanier 4 %.

 

  • 2000: Entwicklungsbeginn des zukünftigen A380.

 

  • 2001: Airbus wird in eine eigenständige Gesellschaft französischen Rechts umgewandelt; sie gehört zu 80 % EADS und zu 20 % der British Aerospace, die ihre Anteile 2006 an EADS verkauft.

 

  • 2005: Erstflug des Airbus A380.


Erstellt: 27-10-09
Letzte Änderung: 04-11-09