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Kino auf ARTE - 28/07/10

Easy Rider

Ein Film von Dennis Hopper


Nach einem für sie erfolgreich abgewickelten Rauschgift-Deal erfüllen sich die beiden Motorrad-Fans Wyatt und Billy ihren großen Traum. Mit ihren schweren Motorrädern fahren sie von Los Angeles nach New Orleans. Unterwegs machen sie Erfahrungen mit Hippies, Drogen und Sex. Doch ihr Trip durch die mythenträchtige Wüstenlandschaft auf der Suche nach der großen Freiheit endet tödlich ...



Wyatt, Spitzname "Captain America", und Billy schmuggeln Kokain, das sie in den Batterien ihrer Motorräder verstecken, von Mexiko nach Los Angeles. Mit dem Erlös, den sie wiederum mit Plastikschläuchen in ihre Motorradtanks versenken, erfüllen sich die beiden einen Traum: Mit ihren schweren Motorrädern fahren sie quer durch den Südwesten der USA zum "Mardi Gras"-Karneval nach New Orleans. Der berühmte Rocksong "Born to Be Wild" begleitet sie, wenn sie ihre Harleys anwerfen und den Colorado-River überqueren. Schon bald nimmt Wyatt seine Uhr vom Handgelenk und wirft sie demonstrativ in den Sand. Hier beginnt die Freiheit - in der Weite des Landes, frei von allen Zwängen.
Auf ihrer Fahrt entdecken Wyatt und Billy die verschiedenen Gesichter der großen Städte und der kleinen Orte, machen Erfahrungen in einer Hippiekommune, die versucht, sich selbst zu versorgen und ihre eigenen individuellen Träume und Vorstellungen auszuleben, mit Drogen und Sex. Wegen einer Lappalie landen die beiden sogar im Gefängnis. Mit Hilfe des versoffenen Anwalts George Hanson kommen sie wieder frei und setzen ihre Reise jetzt zu dritt fort. Je tiefer sie in den Süden kommen, desto aggressiver reagieren die Bürger auf die drei Außenseiter. Ihr Trip nimmt ein böses Ende. Der Weg durch die mythenträchtige Westernlandschaft wird zur tödlich verlaufenden Reise durch ein Amerika, das seinen Traum von Freiheit und Individualismus an borniertes Law-and-Order-Denken verraten hat.

Mit seiner Geschichte der modernen Outlaws demontierte Regiedebütant Dennis Hopper nicht nur den Mythos vom amerikanischen Traum. Er erzählt vom Untergang der Illusionen einer ganzen Generation und vom Scheitern eines selbstbestimmten Lebens in einem von Konformismus geprägten Land. Easy Rider ist ein Kultfilm und Roadmovie aus dem Jahr 1969, der das Lebensgefühl der 60er Jahre beschreibt.
"Easy Rider" war der offizielle USA-Beitrag beim Filmfestival von Cannes im Jahr 1969. Dennis Hopper erhielt dort den Preis für die beste Erstlingsregie. Außerdem wurden Peter Fonda, Dennis Hopper und Terry Southern für das Drehbuch zu "Easy Rider" für den Oscar nominiert. Jack Nicholson brachte die Rolle des George Hanson die Oscar-Nominierung für den besten Nebendarsteller. Mit diesem Film gelang ihm der große Durchbruch. "Easy Rider" avancierte 1969 in den USA und später auch in Deutschland zum Kinohit des Jahres und gilt als Vorreiter des unabhängigen Hollywoods der 70er.
Das Lexikon des Internationalen Films schreibt: "Ein mit geringen Mitteln produziertes, aber äußerst populäres Roadmovie, in dem sich die gefährdeten Träume und das rebellische Lebensgefühl der Rock-Generation Ende der 60er Jahre beispielhaft artikulieren. Zu den Bildern und Bewegungen des Films - die immer auch visionäre Inbilder und Seelenbewegungen der Helden sind - gesellt sich die Musik als gleichberechtigter Kommunikations- und Bedeutungsträger."

Easy Rider
Mittwoch 28. Juli 2010 um 01.10 Uhr
Keine Wiederholungen
(Usa, 1969, 91mn)
ZDF

Erstellt: 08-07-10
Letzte Änderung: 28-07-10