Eddie Bo ist eines der bestgehüteten Geheimnisse von New Orleans. Die größte Stadt von Lousiana und Wiege sämtlicher schwarzer Musikrichtungen Amerikas verdankt ihren Spitznamen Sin City der Tatsache, dass es Anfang des 20. Jahrhunderts landesweit nirgends so viele Bordelle gab, wie hier. In diesen Freudenhäusern und Cabarets spielten zur Zerstreuung der Kunden Musiker auf, die Geschichte schreiben sollten. Kleine Jazzcombos begleiteten Genies wie den Pianisten Jerry Roll Morton, Louis Armstrong oder Ray Charles. Letzteren konnte Eddie regelmäßig im Dew Drop, einem der legendären Bluesclubs seiner Heimatstadt bewundern. Aus dieser Musik entwickelte Eddie seinen ganz eigenen Stil, der in den Fünfzigern als “Funk“ bekannt wird.
Die erste Platte von Eddie Bo erscheint 1955, und seitdem hat er mehr Songs eingespielt, als jeder andere Künstler aus New Orleans. Außerdem schreibt und produziert er hunderte von Titeln für Musiker wie Irma Thomas oder die Gebrüder Neville. Schon als Kind tritt Eddie in die Fußstapfen der Junkers, den Pianisten, die den Sound von New Orleans unverwechselbar gemacht haben. Einer von ihnen, Professor Longhair, verkehrt oft in der Spielhölle von Eddies Vater.Im August 2005 legt Hurrikan Katrina New Orleans in Schutt und Asche. Eddie Bo verliert nicht nur sein Haus, sondern auch sein Studio. Ein Glück, dass der Spross einer Schreinerfamilie alles eigenhändig wieder aufbauen kann. Inzwischen spielt der Altmeister hier wieder seine Alben ein. "Ich habe drei Klaviere und das gesamte Studio-Equipment verloren… Aber ich werde es überleben. Man muss einfach da weitermachen, wo man aufgehört hat. Ich vertraue eben auf das Leben. Punkt."
Links>> Offizielle Website von Eddie Bo
Video
Eddie Bo in "Divan du Monde", 2007 (Player Youtube)
Louisiana Music Factory, 2007 (Player Youtube)







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