Biographie - 27/11/07
Edmund Meisel
Filmkomponist von "Berlin. Die Sinfonie der Großstadt"
Der Film- und Theatermusiker Edmund Meisel, bekannt geworden durch seine Filmmusiken zu Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin (1925) und Ruttmanns Berlin. Die Sinfonie der Großstadt (1927), wurde am 14. August 1984 in Wien geboren.
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Der junge Meisel studiert in der Reichshauptstadt Berlin Violine und Komposition und ist zunächst als Violinist und Dirigent tätig. Früh zeigt sich seine Neigung zu Theater und Film, sodass er sich an Piscators politischem Theater in Berlin schnell als Komponist profilieren kann. Musik als dramaturgisches Mittel der Politisierung - dieser Idee folgt Meisel mit jeder seiner experimentellen Bühnenmusiken, in denen er neue musikalische Ausdrucksmittel erprobt und konventionelle Abgrenzungen von U- und E-Musik, Alltag- und Kunstsphäre, komponierter Musik und Geräuschzuspielung aufbricht. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrung wird seine erste Filmmusik, eben die zu Eisensteins PANZERKREUZER POTEMKIN, ein außerordentlicher Erfolg und ist entscheidend für den internationalen Durchbruch des Films. Kurz darauf entstehen Meisels Filmmusiken zu ÜBERFLÜSSIGE MENSCHEN und DER HEILIGE BERG.
Ein weiterer Höhepunkt des kurzen und außerordentlich produktiven Musikerlebens von Edmund Meisel ist die Zusammenarbeit mit Walter Ruttmann, bei BERLIN. DIE SINFONIE DER GROßSTADT. Es entsteht eine Musik, die „mit größter Objektivität den Rhythmus und die Melodie jedes Vorganges dieses an sich schon musikalisch aufgebauten Films“ wiederzugeben versucht. Im gleichen Jahr postuliert er in seiner Bühnenmusik zu HOPPLA, WIR LEBEN! das, was die „sinfonische“ Großstadtaufnahme Ruttmanns zu hören gibt: „Neuzeitliche Musik für die Masse! Fort mit der überlebten, bürgerlichen, spitzfindigen konstruierten, nur für das Individuum geschriebenen Musik! Den Massen eine Lautbarmachung der Geschehnisse im Geiste der jüngsten Zeit!“
Ein Wendepunkt im Schaffen des Filmkomponisten war mit Eisensteins OKTOBER (1927/28) erreicht. Auch die Freundschaft zwischen den beiden Künstlern sollte in dieser Zeit ein Ende finden. In den kommenden zwei Jahren verwirklichte Meisel während eines längeren Englandaufenthaltes (1928/1929) unterschiedliche Tonexperimente. In dieser Zeit wurden die technischen Bedingungen zur Einführung des Tonfilms weiterentwickelt.
Meisel war einer der wenigen Filmschaffenden, die in dem Tonfilm ungemeine Chancen sahen. Die unmittelbar vor seinem Tod entstandene letzte Arbeit galt der Musik für den sowjetischen Stummfilm DER BLAUE EXPRESS (1930). Am 14.November 1930 im Alter von 36 Jahren stirbt Edmund Meisel.
Erstellt: 27-11-07
Letzte Änderung: 27-11-07