Kritik: Drehbuchautor und Regisseur Arash T. Riahi weiß, wovon er in seinem Debütfilm erzählt: Er selbst kam als 10-jähriger Junge mit seinen Eltern in Österreich an. Sein Film ist ihm ein großes Anliegen. Über sechs Jahre hat er daran gearbeitet und dafür gekämpft und dabei über vierzehn verschiedene Drehbuchfassungen geschrieben. Arash T. Riahi: „Es ist unglaublich: Meine Eltern kamen völlig mittellos und ohne die Sprache zu können in Österreich an und haben es geschafft, eine Existenz aufzubauen, sodass wir Kinder nie das Gefühl hatten, es fehlt uns an etwas. Der Film ist eine Hommage an sie und ihresgleichen. Und an Millionen Flüchtlinge auf der ganzen Welt.“

Österreich/Frankreich/Türkei 2008, 110 Min.
Buch und Regie: Arash T. Riahi
Mit Navid Akhavan, Ezgi Asaroglu, Elika Bozorgi, Behi Djanati Atai, Fares Fares
Eine ARTE-Koproduktion

"Ein Augenblick Freiheit" ist dramaturgisch nicht immer geglückt. Es ist ja auch kein einfaches Unterfangen, einen anspruchsvollen Episodenfilm zusammenzufügen. Bisweilen wirken die komischen Elemente, die der Lebenskünstler Manu (einer der wenigen Schauspieler des Films, Fares Fares) einzubringen versucht, ein wenig erzwungen, etwa wenn er in einem öffentlichen Park einen Schwan fängt, weil er endlich auch mal wieder Fleischbeilage haben will. Er rupft das riesige Federvieh - entgeht dabei knapp einer Polizeikontrolle, die das Tier bei ihm sucht - und genießt schließlich vergnügt das "Hühnchen á la Flüchtling".
Besetzt ist der Film mit vielen Laiendarstellern, die oft ähnliche Fluchterfahrungen gemacht haben und dadurch die nötige Glaubwürdigkeit für ihre Rolle mitbringen. "Ein Augenblick Freiheit" macht die Atmosphäre spürbar, in der sich diese Flüchtlinge befinden. Ein fragiler Schwebezustand des Wartens, in den sich vielerlei Hoffnungen und Ängste mischen und mit dem jeder der Protagonisten anders und individuell umgeht. Ein Film, dem es gelingen kann, Zuschauern - die sonst meist nur anonyme Flüchtlingsschicksale aus Zeitungsartikeln kennen - das Bild von wirklichen Menschen zu vermitteln.
Nana A.T. Rebhan






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