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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart vom 13. August 2009 - 10/08/09

Ein Augenblick Freiheit

Ein Film von Arash T. Riahi


Iranische Migrantenschicksale in der Türkei. Eine ARTE-Koproduktion

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Synopsis: Hassan, seine Frau Lale und ihr Sohn Kian flüchten aus dem Iran in die Türkei. Sie werden dabei von Schleppern abgezogen und müssen zu Fuß über die Grenze. Ali, seine Nichte, sein Neffe und sein Kumpel Merdad sind ebenfalls auf dem Weg in die Freiheit. Sie wollen die Kinder zu deren Eltern nach Wien bringen. Alle stranden sie in Ankara und hoffen wie etliche andere Iraner vom UN-Kommissariat offiziell als Flüchtlinge anerkannt zu werden.

Kritik: Drehbuchautor und Regisseur Arash T. Riahi weiß, wovon er in seinem Debütfilm erzählt: Er selbst kam als 10-jähriger Junge mit seinen Eltern in Österreich an. Sein Film ist ihm ein großes Anliegen. Über sechs Jahre hat er daran gearbeitet und dafür gekämpft und dabei über vierzehn verschiedene Drehbuchfassungen geschrieben. Arash T. Riahi: „Es ist unglaublich: Meine Eltern kamen völlig mittellos und ohne die Sprache zu können in Österreich an und haben es geschafft, eine Existenz aufzubauen, sodass wir Kinder nie das Gefühl hatten, es fehlt uns an etwas. Der Film ist eine Hommage an sie und ihresgleichen. Und an Millionen Flüchtlinge auf der ganzen Welt.“

Ein Augenblick Freiheit
Österreich/Frankreich/Türkei 2008, 110 Min.
Buch und Regie: Arash T. Riahi
Mit Navid Akhavan, Ezgi Asaroglu, Elika Bozorgi, Behi Djanati Atai, Fares Fares
Eine ARTE-Koproduktion
Langsam führt er seine diversen Protagonisten ein und lässt zu, dass sich ab und an deren Wege kreuzen. Als Zuschauer braucht man dabei bisweilen Geduld, denn "Ein Augenblick Freiheit" ist ein leiser Film, der sich um existentielle Fragen wie Identität und Heimat Gedanken macht und keinen großen Wert auf Action legt. Die Protagonisten sind gezwungen, sich in einem Provisorium - einem Wartezustand - einzurichten. In Ankara vermietet ein hinterlistiger Türke ihnen überteuerte, völlig herunter gekommene Zimmer. Doch sie müssen ihm dankbar sein, denn sie sind illegal im Land und könnten jederzeit Opfer einer Razzia der türkischen Polizei werden. Merdad wird gar mit den Kindern vom iranischen Geheimdienst entführt und gefoltert, bis Ali ihn befreien kann. Alle vier bekommen daraufhin ein gültiges Visum. Andere haben nicht so viel Glück. Hassan etwa versucht alles, was in seiner Macht steht, um ein Visum für sich und seine Kleinfamilie zu bekommen, und scheitert dabei. Schließlich zündet er sich in einem Akt der absoluten Verzweiflung selbst an - seine Frau Lale und sein Sohn kehren alleine in den Iran zurück.

"Ein Augenblick Freiheit" ist dramaturgisch nicht immer geglückt. Es ist ja auch kein einfaches Unterfangen, einen anspruchsvollen Episodenfilm zusammenzufügen. Bisweilen wirken die komischen Elemente, die der Lebenskünstler Manu (einer der wenigen Schauspieler des Films, Fares Fares) einzubringen versucht, ein wenig erzwungen, etwa wenn er in einem öffentlichen Park einen Schwan fängt, weil er endlich auch mal wieder Fleischbeilage haben will. Er rupft das riesige Federvieh - entgeht dabei knapp einer Polizeikontrolle, die das Tier bei ihm sucht - und genießt schließlich vergnügt das "Hühnchen á la Flüchtling".

Besetzt ist der Film mit vielen Laiendarstellern, die oft ähnliche Fluchterfahrungen gemacht haben und dadurch die nötige Glaubwürdigkeit für ihre Rolle mitbringen. "Ein Augenblick Freiheit" macht die Atmosphäre spürbar, in der sich diese Flüchtlinge befinden. Ein fragiler Schwebezustand des Wartens, in den sich vielerlei Hoffnungen und Ängste mischen und mit dem jeder der Protagonisten anders und individuell umgeht. Ein Film, dem es gelingen kann, Zuschauern - die sonst meist nur anonyme Flüchtlingsschicksale aus Zeitungsartikeln kennen - das Bild von wirklichen Menschen zu vermitteln.

Nana A.T. Rebhan





Erstellt: 10-08-09
Letzte Änderung: 10-08-09