"Ein Gespenst in unseren Genen" erkundet das Gedächtnis der Gene, jene verborgene Erbschicht, die in jeder Zelle des Körpers liegt. Im Hinblick auf zahlreiche Themen, von der künstlichen Befruchtung über das posttraumatische Stresssyndrom bis hin zur Nahrung, die frühere Generationen zu sich nahmen, könnte die durchaus umstrittene Wissenschaft der Epigenetik das Verständnis von Vererbung grundlegend verändern.
Im Zentrum dieses neuen Forschungsgebiets steht die einfache, aber heftig diskutierte Vorstellung, dass Gene über ein "Gedächtnis" verfügen. Dass das Leben unserer Großeltern - die Luft, die sie atmeten, die Nahrung, die sie zu sich nahmen, ja sogar, was sie sahen - ihre Nachkommen noch Jahrzehnte später unmittelbar beeinflussen kann, obwohl die diese Dinge selbst nie erfahren haben.
Die Epigenetik steht für eine Abkehr von der herkömmlichen Vorstellung, dass die DNA die gesamte Erbinformation enthalte und dass nichts, was ein Mensch in seinem Leben tut, biologisch an seine Kinder weitergegeben werde. Die meisten Wissenschaftler empfinden diese Lehre als Ketzerei, denn sie stellt die bisherige Betrachtungsweise der DNA-Sequenz als Grundstein der modernen Biologie infrage. Doch Wissenschaftler haben nun eine ganz neue Grundlage der Vererbung jenseits der DNA entdeckt. Sie konnten nachweisen, dass die Gene ihrerseits der Kontrolle epigenetischer "Schalter" unterliegen, die von Umwelteinflüssen wie Nahrung und Stress ein- und ausgeschaltet werden. Aus dieser verblüffenden neuen Erkenntnis ergibt sich die Schlussfolgerung, dass die Wirkung von Umweltfaktoren vererbt werden kann.
"Survival of the Fittest" - dieses Schlagwort assoziiert man geradezu automatisch mit der Person Charles Darwin. Doch die wissenschaftliche Leistung des Naturforschers lässt sich nicht ohne weiteres auf diese kurze Formel reduzieren. Seine Evolutionstheorie, zusammengefasst im grundlegenden Werk "Die Entstehung der Arten", das vor 150 Jahren zum ersten Mal erschien, stellt die biblische Schöpfungsgeschichte von Grund auf infrage. ARTE widmet sich in einem Programmschwerpunkt dem britischen Naturforscher Charles Darwin, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 200. Male jährt.






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