
um 20.15 Uhr

Während des Zweiten Weltkrieges wohnt Marie Latour mit ihren beiden Kindern in einer Provinzstadt im besetzten Frankreich. Sie lebt in ärmlichen Verhältnissen und schert sich wenig um die Moral. Aus Mitgefühl hilft sie einer Nachbarin bei der Abtreibung. Als ihr Mann nach der Kapitulation der französischen Truppen heimkehrt, wird ihr die Mittelmäßigkeit ihres Daseins noch stärker bewusst. Das Ehepaar versteht sich nicht mehr.
Marie nimmt weiter Abtreibungen vor und mietet dafür ein Zimmer bei ihrer Freundin Lulu, einer Prostituierten. Dadurch kann sie sich ein großzügigeres Leben leisten. Doch ihr Mann Paul wird immer verbitterter. Als er seine Frau eines Tages mit einem jungen Kollaborateur überrascht, denunziert er sie bei der Vichy-Regierung. Um ein Exempel zu statuieren, wird Marie am 30. Juli 1943 geköpft.
Das Drehbuch des Gesellschaftsdramas entstand nach einer Idee von Francis Szpiner.
Regisseur Claude Chabrol beschrieb die Absicht, die er mit seinem Film verfolgte, folgendermaßen: "Ich wollte einen ergreifenden Film über eine einsame, orientierungslose Frau machen, die nicht begreift, was ihr geschieht." Chabrol ergreift nicht Partei. Er gibt keine Antwort auf die Frage, ob Marie schuldig oder unschuldig ist. Er zeigt lediglich eine junge Frau, die Gut und Böse nicht auseinanderhalten kann. Durch enge Bildausschnitte und mit klarer, präziser Regieführung verdeutlicht Chabrol, wie sehr seine Protagonistin Opfer ihres Milieus und einer Gesellschaft mit engen Moralvorstellungen ist.
Wegen ihres einfühlsamen, natürlichen Spiels in der Rolle Maries wurde Isabelle Huppert auf dem Filmfestival von Venedig 1988 als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. "Eine Frauensache" war der zweite einer Reihe von Filmen, in denen Isabelle Huppert und Claude Chabrol zusammenarbeiteten und die sich mit "Violette Noizière", "Madame Bovary", "Die Hinrichtung", "Rien ne va plus" und "Süßes Gift" fortsetzte.







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