Am 8. Mai kapituliert die Wehrmacht bedingungslos. In Europa ist der Krieg zu Ende. Nicht aber im Pazifik. Dort kämpfen Eugene Sledges und seine amerikanischen Kameraden weiter gegen die Japaner. Die Schlacht um Okinawa ist grausam und zieht sich über Wochen hin. Als die Insel Anfang Juni schließlich unter amerikanischer Kontrolle ist, haben 92.000 japanische Soldaten und 100.000 Zivilisten den Tod gefunden. Eine Invasion Japans würde noch wesentlich mehr Menschenleben kosten…
Auch als sich Churchill, Truman und Stalin Mitte Juli 1945 zur
Potsdamer Konferenz treffen, scheint ein Ende des «Pazifischen Krieges» immer noch in weiter Ferne. Ein von den Alliierten gesetztes Ultimatum zur bedingungslosen Kapitulation akzeptierte Japan nicht. Dann, am Morgen des 6. August, wird auf Befehl von Präsident Truman die erste
Atombombe über Hiroshima abgeworfen. Sie explodiert 43 Sekunden nach ihrem Abwurf einige Hundert Meter über der Stadt und wird die Welt für immer verändern. 40.000 Menschen sind sofort tot, Männer, Frauen und Kinder. Hunderttausende erliegen in den Tagen danach ihren Verbrennungen und Verstrahlungen, weitere Hunderttausend sterben in den kommenden fünf Jahren an den Folgen. Zwei Tage später erklärt auch Russland Japan den Krieg. Doch erst als am 9. August eine zweite Atombombe Nagasaki zerstört, kapituliert Japan. Endlich, der Krieg im Pazifik ist aus!
«Alles war für die Invasion Japans vorbereitet. Als dann die Atombombe fiel und alles so schnell zu einem Ende kam, waren wir ganz schön baff. Aber überglücklich; unsere Jungs würden endlich wieder nach Hause kommen. Keiner von ihnen würde mehr getötet werden. Aus meiner Generation wird man nie jemand davon überzeugen können, dass die Atombombe nicht das Tollste sei, das je zustande gebracht wurde. Weil wir uns dem widersetzen. Sie war lediglich das Ende dieses schrecklichen Krieges» erzählt Katherine Phillips. Und Sam Hynes wägt ab: «Was die Atombombe betrifft, habe ich gemischte Gefühle. Dass die Atombombe Mitmenschen getötet hat, in deren Adern das gleiche rote Blut fließt wie in meinen, das hätte nicht sein sollen. Dennoch muss man rechnen: der Tod von Hunderttausenden von Japanern durch die Atombombe hat rund einer halben Million amerikanischen Soldaten das Leben gerettet. So gesehen, war die Sache ok. Dennoch wurden Menschen getötet. Das ist hart.»
Die Einwohner in Waterbury, Mobile, Sacramento, Luverne und jeder anderen Stadt in den USA sind außer sich vor Freude. In den folgenden Wochen und Monaten kehren Millionen von jungen Männern wieder zu ihren Familien heim. Mit ihrer Hilfe versuchen sie, nach den vielen Kriegsmonaten und erlebten Grausamkeiten, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen und in einer Welt ohne Krieg zu leben. Doch
THE WAR, wie der Krieg bis heute in den USA einfach bezeichnet wird, hat seine Spuren hinterlassen. Er hat sie verändert, die Erlebnisse in ihre Erinnerungen eingebrannt und lässt sie bis heute nicht los.
März 1945 - Dezember 1945