Weitere zehn Jahre später wird der Markt die Demokratien kontrollieren, und die Nationen werden in einer dritten Etappe einem "Hyperreich" Platz machen. Die Beherrscher der Welt, denen die Regierungen zu Füßen liegen, werden ihrerseits zu Anbetern des Marktes werden, ohne etwas gegen die unüberbrückbare Kluft zwischen armen und reichen Ländern unternehmen zu können.
Der Kampf um Energiequellen, Wasser und Nahrung, die Klimakrisen und Umweltkatastrophen sowie die verheerende Umweltverschmutzung werden zu unkontrollierbaren Massenbewegungen und lokalen Revolten führen, die bald den gesamten Erdball überziehen werden. Ferner wird die rasante technologische Entwicklung zu allerhand Missbrauch führen, dessen schlimmste Form möglicherweise die allgemein herrschende Desinformation sein könnte. Der Markt, die Quelle allen Übels auf der Erde, würde in einer vierten Etappe zur Ursache eines "Hyperkonflikts" zwischen verschiedenen Fundamentalisten und ihren Göttern und damit das Schicksal der Menschheit besiegeln.
Die kommenden 50 Jahre ließen sich unter dem Stichwort "Chronik eines angekündigten Chaos'" zusammenfassen. Aber es gibt auch Optimisten, darunter Jacques Attali selbst, die überzeugt sind, dass die Vernunft wieder zu ihrem Recht kommt, sobald der Hyperclash überstanden oder günstigstenfalls sogar verhindert wurde.
Die Beherrscher dieser Erde würden dann - etwa um 2030 bis 2040 - von einer neuen Generation von Freiwilligen abgelöst, von den "transhumanen Wesen", unter deren Anleitung die heute veralteten Werte Altruismus, Großzügigkeit und Wohlwollen wieder Gültigkeit hätten.
Aus dem Schaden der 20 oder 30 vergangenen Jahre klug geworden, würden sie versuchen, der Demokratie den Platz zurückzugeben, der ihr seit Bestehen des Begriffs gebührt. Nachdem das Ungeheuer Markt ausgelöscht wurde und vielleicht sogar die Herrschaft des Hyperreichs und gar der Hyperkonflikt verhindert werden konnten, wird sich die Hyperdemokratie als der einzige gangbare Weg zur Rettung der Menschen erweisen und die fünfte Etappe der Zukunft darstellen.
Anmerkung des Regisseurs Pierre-Henry Salfati
Als "Cinétévé" mir anbot, das Buch "Die Welt von Morgen: eine kurze Geschichte der Zukunft" von Jacques Attali zu verfilmen, wollte ich diesen Ausblick auf die kommenden 50 Jahre möglichst originell umsetzen. Jacques Attali zeigte sich begeistert.
Seine Präsenz durchzieht den Film wie ein roter Faden. Er führt in die Thematik ein und begleitet den Zuschauer auf seiner Reise in die Zukunft. Zur Veranschaulichung seiner Gedanken und Vorschläge treten drei Persönlichkeiten auf, die die drei wesentlichen, die Zukunft bestimmenden Faktoren erläuten: Ein Amerikaner spricht über den Verlust der amerikanischen Vormachtstellung, ein Chinese und ein Inder schildern den Aufstieg von China und Indien. In konzentrierter Form äußern sie sich zu sämtlichen Problemen der Zukunft, wie Finanz- und Energiekrisen, Umweltkatastrophen und die Überalterung der Weltbevölkerung.
Außerdem tritt eine Reihe fiktiver Persönlichkeiten auf, die in den kommenden Jahren vermutlich großen Einfluss ausüben werden. Darunter sind die Vertreter der elf Schwellenländer, die „Eigentümer der Welt“ und Hauptakteure des „Hyperimperiums“, nämlich wichtige Vertreter aus dem Versicherungs- und Bankenwesen sowie andere „Men in Black“, Militärs, möglicherweise die Protagonisten eines „Hyperkonflikts“, religiöse Vertreter, die einen Gottesstaat errichten wollen sowie humanistische und altruistische Fürsprecher eines ‚gerechten’ Systems.
Der Film wird durch Beiträge von internationalen Experten abgerundet. Trotz des angekündigten Chaos’ bleibt Attali durchaus optimistisch und gibt am Ende seiner Zukunftsvision Grund zur Hoffnung: Eine neue Generation von „Transhumanen“ wird zur Vernunft, zum Altruismus und zur Großzügigkeit zurückfinden und die Demokratie neu errichten.






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