Schriftgröße: + -
Home > Die Welt verstehen > 20 Jahre Mauerfall

"Wir sind das Volk"

* "Mein Mauerfall": Egal ob sie in Berlin, Prag oder woanders waren, unsere User haben uns Fotos oder Filme geschickt und ihre Geschichte erzählt. * Geteilte Stadt, geteiltes Leben": Vier Hörbilder vom Leben an der Mauer in Berlin. Interaktive Animation * Blog „Mein 1989. Winds of change in Osteuropa“: Historiker und Schriftsteller aus Osteuropa erinnern sich an ein Datum, das 1989 in ihrem Land das Ende der Diktatur brachte * Das Wunder von Leipzig: Erleben Sie diesen historischen Tag, in einem interaktiven Rundgang durch Leipzig, als wären Sie dabei gewesen. * Mein Leben mit der Mauer: Video-Porträts von Männern und Frauen, die bis November 1989 mit und trotz der Mauer gelebt haben.

> „Wir sind das Volk!“ > Einmal Freiheit und zurück

"Wir sind das Volk"

* "Mein Mauerfall": Egal ob sie in Berlin, Prag oder woanders waren, unsere User haben uns Fotos oder Filme geschickt und ihre Geschichte erzählt. * Geteilte (...)

"Wir sind das Volk"

30/04/09

Einmal Freiheit und zurück

Einige der Flüchtlinge, die die DDR Richtung Westen verlassen hatten, kehrten später in ihre Heimat zurück. Die meisten traten diesen Weg an, weil ihre Angehörigen nicht ausreisen durften, sondern oft harten Schikanen ausgesetzt waren. Doch gab es nach der Rückkehr keine sofortige Familienzusammenführung. Vielmehr war das erste Ziel das Aufnahmelager Röntgental bei Berlin. Die Dokumentation rekonstruiert die bedrückende Atmosphäre des Aufnahmeheims und dokumentiert mit Hilfe zahlreicher Zeitzeugen die Schicksale von DDR-Rückkehrern - ein nahezu unbekanntes Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte.

Previous imageNext image
Was bringt einen Menschen dazu, die Freiheit aufzugeben und in die DDR zurückzukehren - hinter Mauer und Stacheldraht? Alwin Ziel, DDR-Flüchtling und nach der Wende SPD-Abgeordneter der frei gewählten DDR-Volkskammer und später Innenminister des Landes Brandenburg, hat genau das getan. 1988 war er von einem Verwandtenbesuch im Westen nicht in die DDR zurückgekehrt und hatte versucht, seine Familie nachzuholen. Doch die Behörden verschleppten seine Frau ins Gefängnis und drohten, die beiden Söhne in ein Kinderheim einzuweisen. "Dass dann ein System einsetzte, um die Familie förmlich zu zertreten, damit hatte ich nicht gerechnet", erinnert sich Alwin Ziel.

In der Dokumentation sprechen DDR-Rückkehrer erstmals über ihren Weg zurück hinter den Eisernen Vorhang. Die DDR-Behörden versprachen den sogenannten Republikflüchtigen Straffreiheit. "Mit Blumen wird man Sie nicht empfangen", teilte die Ständige Vertretung der DDR in Bonn dem Rückkehrwilligen Andreas Mäder mit, der in Hamburg lebte: "Das war eine Standardformel, damit man glauben sollte, es würde glimpflich abgehen", erklärt Mäder. Doch das war eine Lüge. Die Rückkehrer wurden statt zu ihren Familien an einen unbekannten Ort gebracht. Im Aufnahmeheim Röntgental bei Berlin hielt die Staatssicherheit die Rückkehrer wochenlang fest und ließ sie über ihre Zukunft im Ungewissen. Hier wurden sie in täglichen Verhören systematisch gedemütigt. "Die ganze Mühle, die da existierte, war so aufgebaut, dass Sie klein gemacht werden sollten. Sie sollten ihr Selbstbewusstsein verlieren", erklärt Alwin Ziel.

Es kam zu mehreren Selbstmordversuchen und Selbsttötungen in Röntgental. Auch Alwin Ziel wurde Augenzeuge, als ein Rückkehrer sich in Röntgental vom Balkon in die Tiefe stürzte und seinem Leben ein Ende setzte.

Einmal Freiheit und zurück
Montag 26. März 2012 um 05.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Deutschland, 2008, 52mn)
ZDF

Erstellt: 13-03-09
Letzte Änderung: 30-04-09