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Einstein

Mit 26 Jahren veröffentlicht Einstein vier Artikel, die Lösungen für z. T. uralte Probleme der Physik liefern und teilweise auch 100 Jahre danach noch immer fruchtbare Wege öffnen zu einer neuen Physik.

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Mit 26 Jahren veröffentlicht Einstein vier Artikel, die Lösungen für z. T. uralte Probleme der Physik liefern und teilweise auch 100 Jahre danach noch immer (...)

Einstein

29/08/08

Einsteins politische Akte

Dieter Hoffmann

Einstein war nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht eine herausragende Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts. Sein Engagement für Menschenrechte und Pazifismus machten ihn überdies zu einer Symbolfigur des moralischen Wissenschaftlers. Mit diesem Verhalten schuf er sich viele Feinde und geriet sowohl in Deutschland wie in den USA ins Visier der Polizei und Geheimdienste.





















Es ist leichter Plutonium zu denaturieren als die üble Gesinnung von Menschen.“ Dies soll Albert Einstein in den 1950iger-Jahren festgestellt haben. Ob Einstein seine sarkastische Bemerkung auf die Menschheit generell oder direkt auf seine eigene Person bezogen wissen wollte, ist nicht bekannt. Jüngste Veröffentlichungen der Einstein-Forschung machen indes deutlich, dass Einstein guten Grund gehabt hätte, nicht nur an der noblen Gesinnung der Menschen schlechthin, sondern auch an der mancher seiner Mitbürger zu zweifeln. Albert Einstein war nicht nur der geniale Physiker, den man als „Newton des 20. Jahrhunderts“ verehrte, sondern er war eben auch ein Mann, der wegen seiner politischen Überzeugungen vielfachen Anfeindungen und Angriffen, ja der Missgunst und üblen Gesinnungsschnüffelei der politisch Mächtigen ausgesetzt war. Letzteres im Übrigen fast während seines ganzen Lebens und in höchst unterschiedlichen politischen Systemen. Dies steht in auffälligem Gegensatz zu der Tatsache, dass Einstein bereits zu Lebzeiten zur Ikone geworden war und sich damals wie heute nicht zuletzt die Mächtigen und Einflussreichen dieser Welt gerne mit ihm zu schmücken trachteten und dies noch heute gern tun. Die anstehenden Einstein-Feiern (siehe das Editorial in diesem Heft) und der in diesem Zusammenhang sicherlich zu neuerlicher Blüte kommende Einstein-Mythos wird dies wieder in augenfälliger Weise dokumentieren.

Man wird den Gelehrten meist nur als überragenden und genialen Physiker feiern, dessen progressive und für seine Zeit vielfach ungewöhnlichen politischen Ansichten als Tugenden par excellence hingestellt werden – letztere zeitlos und unangreifbar und nur von jenen infrage gestellt, die, politisch wie wissenschaftlich, als Außenseiter, Querulanten oder gar als Symbole des schlechthin Bösen angesehen werden können.

Einstein war aber nicht nur jenen suspekt. Vielmehr stand er in seinen letzten vier Lebensjahrzehnten sowohl in solch autoritären und diktatorischen Regimen wie dem deutschen Kaiserreich oder der Nazi-Diktatur als auch in demokratisch verfassten Gesellschaften wie der Weimarer Republik und den Vereinigten Staaten praktisch kontinuierlich im Visier von politischer Polizei und Geheimdiensten [1,2]. Dies will der vorliegende Beitrag dokumentieren.


Erstellt: 04-05-05
Letzte Änderung: 29-08-08