Mittwoch 19. Mai 2010 um 00.20 Uhr
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17/05/10
Einsvierzig, Ulrich Seidl
Ulrich Seidls allererster Kurzfilm, 1980 gedreht. "Einsvierzig" zeichnet das umstrittene Porträt eines kleinwüchsigen Wieners. Eine Rarität.
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Er ist 50 Jahre alt, misst aber nur "Einsvierzig". Kleinwüchsig. Ein Zwerg ist er, Karl Wallner. Und er möchte so behandelt werden wie alle anderen auch. Und deswegen haftet Ulrich Seidls dokumentarischer Blick auf Karl keine heuchlerische Betroffenheit an, sondern eine kühle Nüchternheit. Seidl nimmt seinen Protagonisten ernst, weil er ihn nicht zum leidensvollen Sympathieträger überstilisiert, weil er das Mitleid nicht zum Dogma macht. Er zeigt einfach den Menschen, der arbeitet, liebt, bei seiner Mutti essen geht. Karl musiziert an der Orgel und steht in einem Weizenfeld und sagt ein selbstironisches Gedicht auf. Man kann über ihn lachen, muss man aber nicht.
ZUSATZINFORMATION
Für die Filmhochschule Wien gedreht, ist "Einsvierzig" ein gutes, dokumentarisches Werk, jenseits falscher Sentimentalität und gefährlicher Beschränkung des Menschen auf seine Behinderung. "Einsvierzig" ist ein klares, unemotionales Porträt eines Kleinwüchsigen, das aber dennoch eine durchaus amüsante Ambivalenz in sich trägt. "Ich bin klein, mein Herz ist rein", sagt Karl zu Anfang. Am Ende steuert er mit seinem Kleinwagen gen Horizont. Über ihm ein Linienflugzeug. Die Größenverhältnisse werden noch einmal auf den Punkt gebracht. Mit einem Augenzwinkern.
Einsvierzig
Mittwoch 19. Mai 2010 um 00.20 Uhr
Keine Wiederholungen
(Österreich, 1980, 17mn)
ZDF
Erstellt: 17-05-10
Letzte Änderung: 17-05-10