Die Eisenspeicherkrankheit, medizinisch Hämochromatose, zählt in Europa zu den häufigsten Erbkrankheiten. Es handelt sich dabei um eine Stoffwechselerkrankung, die durch eine erhöhte Eisenaufnahme aus dem Darm gekennzeichnet ist. Das überschüssige Eisen wird nicht ausgeschieden, sondern in Gewebe und verschiedene Organe transportiert und dort abgelagert. Meist tritt die Krankheit erst beim Erwachsenen auf. Zu viel Eisen im Körper kann zu einer Vielzahl von Beschwerden führen.Ursache
Ein Gendefekt ist Ursache der Hämochromatose. Er wurde erst vor wenigen Jahren auf dem Chromosom 6 lokalisiert. Wird der Defekt von beiden Eltern übertragen, erkrankt der Betroffene. Kommt der Gendefekt nur von einem Elternteil, erkrankt der Betroffene nicht, kann aber selbst die Krankheit vererben. Jeder zehnte Europäer, so Schätzungen, ist Träger des Gendefektes. Jeder 200. bis 400. hat ein hohes Risiko, daran zu erkranken.
Symptome
Erste Anzeichen treten frühestens nach dem 20., häufig aber erst zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf. Frauen erkranken meist nach der Menopause. Symptome können Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Gelenkbeschwerden und Impotenz sein. Die Krankheit kann zu Diabetes, Herzrhythmusstörungen und schweren Leberschäden führen. Bleibt sie unerkannt und damit auch unbehandelt, kann es zu Leberzirrhose und Leberkarzinom oder einem Herzversagen kommen. Die Symptome weisen auch auf andere Erkrankungen hin. Sie werden daher oft verwechselt, etwa mit einer Arthrose, oder nicht auf eine Hämochromatose zurückgeführt, wie etwa bei einem Diabetes.
DiagnoseIm Labor werden mit Hilfe von Bluttests die Eisenwerte bestimmt. Ein erhöhter Serum-Eisenspiegel und ein erhöhter Eisenspeicherwert sind bereits erste deutliche Hinweise auf eine Hämochromatose. Mit einem Gentest kann geklärt werden, ob die Veränderung auf dem Chromosom 6 zu finden ist. Fällt der Gentest positiv aus, kann die Therapie sofort beginnen. Andernfalls, oder wenn schon Hinweise auf Leberschäden vorliegen, ist eine Leberpunktion nötig. Damit werden sowohl Sonderformen der Hämochromatose, als auch eine Leberzirrhose erkannt.
Therapie
Um den erhöhten Eisengehalt im Körper zu senken, werden die Patienten - ähnlich einer Blutspende - zur Ader gelassen. Der Aderlass erfolgt zunächst wöchentlich über mehrere Monate hinweg, in der Regel so lange bis die Eisenwerte wieder im Normbereich liegen. Danach reichen meist wenige Aderlässe pro Jahr. Hat die Eisenspeicherkrankheit zu einer schweren Leberzirrhose geführt, ist eventuell eine Lebertransplantation nötig. In Ausnahmefällen wird auch medikamentös behandelt. Die Wirksamkeit der Aderlass-Therapie erklärt, warum eine Hämochromatose bei Frauen oft deutlich später auftritt. Ihre monatliche Regelblutung wirkt wie ein natürlicher Aderlass, der immer wieder den Eisengehalt senkt.
Eine Prophylaxe gegen die Krankheit gibt es nicht. Beim Auftreten einer Hämochromatose ist es sinnvoll, Nachkommen und Vorfahren des Patienten zu untersuchen. Bei frühzeitiger Diagnose (meist nach dem 18. Lebensjahr) und lebenslanger Therapie sind Lebensqualität und –dauer nicht beeinträchtigt.
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HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Dienstag, 04. Juli 2006 um 14.00 Uhr
Wiederholung vom 07. Juni 2005
Redaktion: Heidemarie Petters Koproduktion ZDF -ARTE G.E.I.E.






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