Kusturica-Spezial auf ARTE
Film : Underground
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19.05.2005 um 20.45
- Underground

Belgrad 1941, zur Zeit der Belagerung durch die Deutschen: Der kommunistische Aktivist Marko und sein Freund Blacky machen nicht nur gemeinsam Schwarzmarktgeschäfte, sie teilen sich auch die schöne Schauspielerin Natalija - bis Marko seinen Nebenbuhler überlisten kann. Doch Blacky entwirft bittere Rachepläne.
Underground
Spielfilm, Frankreich / Jugoslawien / Deutschland 1995, Synchronfassung, ARD, 16:9, 162 Min.
Regie: Emir Kusturica; Buch: Dusan Kovacevic, Emir Kusturica; Kamera: Vilko Filac; Schnitt: Branca Ceperac; Musik: Goran Bregovic; Produzent: Pierre Spengler, Karl Baumgartner; Produktion: Ciby 2000, Pandora, Novo
Mit: Miki Manojlovic - (Marko Dren, Dichter), Lazar Ristovski - (Petar Popara "Blacky", Kriegsheld), Mirjana Jokovic - (Natalija Zovkov, Schauspielerin), Slavko Stimac - (Ivan, Markos Bruder), Ernst Stötzner - (Franz, deutscher Leutnant), Srdjan Todorovic - (Jovan, Petars Sohn), Mirjana Karanovic - (Vera, Petars Frau), Milena Pavlovic - (Jelena, Braut), Danielo "Bata" Stojkovic - (Großvater), Bora Todorov - (Golub, der Trompeter), Davor Dujmovic - (Natalijas Bruder), Branislav - (Mustafa), Dragan Nikolic - (Regisseur), Erol Kadic - (Janez), Bora Todorovic - (Golub, der Trompeter), Branislav Lecic - (Mustafa)
Belgrad 1941: Während die ersten Bomben der deutschen Belagerer die Stadt treffen, haben die beiden Freunde Marko und Petar, genannt Blacky, die Vorteile der Kriegswirren erkannt. Zusammen machen sie Waffen- und Schwarzmarktgeschäfte im großen Stil und bringen es zu finanziellem Wohlstand und zu hohem Ansehen. Ihr weiteres gemeinsames Interesse gilt der schönen Schauspielerin Natalija. Die jedoch lässt sich mit dem deutschen Leutnant Franz ein. Kein Hindernis für Blacky, der sie kurzerhand entführt, daraufhin aber von Nazis gejagt wird. Großzügig gewährt ihm Marko Unterschlupf in seinem unterirdischen Flüchtlingslager. Dort setzt er auch nach Kriegsende seine profitablen Waffengeschäfte fort, indem er die Widerstandskämpfer durch nachgestellte Gefechtsszenarien in dem Irrglauben lässt, der Krieg dauere noch immer an. Auch Blacky täuscht er auf diese Weise und hält ihn so im Untergrund gefangen. Während Marko zum Spitzenfunktionär in Titos Staat aufsteigt, erfährt Blacky durch Natalija von Markos Machenschaften und will sich nun an seinem "Freund" rächen.
Zusatzinfo
Mit "Underground" ist Regisseur Emir Kusturica eine tragisch-komische Farce gelungen, die auf allegorische Weise gut ein halbes Jahrhundert blutiger jugoslawischer Geschichte nachzeichnet. Aus der Kombination von derb-realistischen und surrealen Elementen ergibt sich eine explosive Darstellung von patriotisch verbrämtem Egoismus und skrupelloser Gewalttätigkeit, die die Absurdität des Bürgerkriegs vor Augen führt. Gleichzeitig entwirft "Underground" ein authentisches Bild der kulturellen Traditionen des ehemaligen Jugoslawien, seiner Menschen, seiner bunten, ausgelassenen Feste und seiner Musik. Besonders den dynamisch-leidenschaftlichen Gipsy-Klängen wird im Film eine herausragende Rolle zuteil. So ist Kusturicas Film vor dem Hintergrund der Kriegsdramatik nicht nur eine harte Verurteilung aller Formen von Manipulation, Ignoranz, Ausbeutung und Gewalt, sondern vor allen Dingen auch ein Plädoyer für die Menschlichkeit und eine Hommage an das jugoslawische Volk.
Regisseur Emir Kusturica hat an der Prager Filmhochschule FAMU studiert und gilt heute als der bekannteste und - aufgrund der kontroversen politischen Inhalte seiner Filme - als der umstrittenste Filmemacher Ex-Jugoslawiens. Schon während seiner Studienzeit erhielt er für seine beiden Kurzfilme "Ein Teil der Wahrheit" und "Herbst" 1978 den Karlovy-Vary-Preis und schaffte früh den Sprung ins internationale Filmgeschäft. Außerhalb Europas wurde Kusturica besonders durch seine Filme "Time of the Gypsies" und "Schwarze Katze, weißer Kater" große Aufmerksamkeit zuteil. Im Laufe seiner Karriere gewann er zahlreiche Preise, unter anderem 1985 die Goldene Palme beim Filmfestival in Cannes für "Papa ist auf Dienstreise" und 1993 den Silbernen Bären bei der Berlinale für seine erste amerikanischen Produktion "Arizona Dream" (mit Jonny Depp, Jerry Lewis, Lili Taylor und Faye Dunaway in den Hauptrollen). Auch "Underground" gewann 1995 die Goldene Palme in Cannes, was aufgrund der polarisierenden Wirkung des Films besonders in den intellektuellen Kreisen Frankreichs für Diskussionsstoff sorgte.






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