Jeden Sonntag lädt ARTE zum Philosophieren ein. Der Philosoph und Moderator Raphaël Enthoven zieht eine Linie von der Vergangenheit zur Gegenwart und verbindet die vermeintlich trockene Literatur der großen Philosophen mit aktuellem Zeitgeschehen. Jede Woche diskutiert er mit einem Gast ein neues Thema.
Heute: Engagement.
Sich nicht zu engagieren ist auch ein Engagement. Was heißt das? Für die Zeit zwischen Geburt und Tod ist der Mensch unwiderruflich in die Welt geworfen und kann ihr nicht entfliehen. Nirgends gibt es ein dauerhaftes Refugium, das einen vor der Welt schützt, und der Tod ist das Schicksal aller. So gleichgültig man auch sein mag, man kann sich nicht der Verantwortung entziehen. Das Engagement ist die Entscheidung dessen, der entdeckt, dass er keine andere Wahl hat. Man kann sich also nicht nicht engagieren. Ist das wirklich so?
Diese Frage stellt Raphaël Enthoven in der heutigen Sendung der Philosophiedozentin Judith Revel. Die beiden nähern sich dieser Frage unter anderem am Beispiel der Gedanken Nietzsches, der Feststellungen Blaise Pascals als auch anhand eines Werbeplakats der französischen Armee. Reflektiert das eigene Engagement die eigene Sichtweise der Realität?

Philosophie
Dokumentationsreihe, Frankreich 2010,
ARTE F, Synchronfassung, Stereo
Regie: Philippe Truffault

Judith Revel absolvierte die École normale supérieure in Fontenay-Saint-Cloud mit der Agrégation in Philosophie, promovierte in Geschichte des Gegenwartsdenkens, spezialisierte sich auf das französische zeitgenössische Denken und hat unter anderem über Michel Foucault gearbeitet. Nach mehrjährigem Aufenthalt in Italien ist Judith Revel jetzt Dozentin an der Sorbonne. Gegenwärtig entwickelt sie verschiedene Thesen zur Theoretisierung des Politischen vor und nach 1968 sowie, zur Notwendigkeit, die politischen Begriffe der Moderne neu zu formulieren.Veröffentlichungen: "Qui a peur de la banlieue?" (Paris, Bayard, 2008); Mitherausgabe und Beitrag zum Sammelband "Les mots et les choses. Regards critiques 1966-1968" (Presses universitaires de Caen/IMEC 2009).In der Sendung zitierte Literatur:
PlatonPhaidonÜbersetzung Friedrich Schleiermacher
Reclam
PlatonDer Staat
Übersetzung Karl Vretska
Reclam
Jean-Paul Sartre
Der Idiot der Familie - Gustave Flaubert
Übersetzung Traugott König
Rowohlt
Jean-Paul Sartre
Das Sein und das Nichts
Übersetzung Hans Schöneberg und Traugott König
Rowohlt
Jean-Paul Sartre
Situations, II
Gallimard
Friedrich Nietzsche
Ecce Homo - Wie man wird, was man ist
Anaconda Verlag
Friedrich Nietzsche
Die fröhliche Wissenschaft
Anaconda Verlag
Jean-Jacques Rousseau
Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen
Übersetzung Philipp Rippel
Reclam
Spinoza
Die Ethik
Übersetzung Jakob Stern
Reclam
Wiederholung vom 12/12/2010