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The Third Man (0'40'' Real Audio)
Sun Bay (0'40'' Real Audio)
In Search Of Titina (0'40'' Real Audio)Sie sind Brüder im musikalischen Geiste, obwohl sie zweier unterschiedlicher Generationen angehören. Denn der Trompeter Rava ist 1939 in Triest und der Pianist Bollani ist 1972 in Mailand geboren. Das erste Mal erlebt Bollani seinen späteren Mentor, Lehrer und Freund im Alter von 13 Jahren live bei einem Konzert. Es ist ein Schlüsselerlebnis für Bollani und prägt ihn in seiner weiteren musikalischen Orientierung. Zu dieser Zeit besucht der hochbegabte Bollani bereits das Florentiner Konservatorium und studiert die deutsche und französische Klassik und Romantik. Recht früh fängt er ebenso Feuer für die freie Improvisation des Jazz, jedoch muss er zunächst noch heimlich mit seiner Band in Jazzclubs auftreten, da dies von seinen Lehrern gar nicht gern gesehen wird. Nach dem Studium verdingt sich Bollani anfangs als Studiomusiker, unter anderem als Keyboarder für den Italorapper Jovanotti.
Erst 1996 konnte Enrico Rava Bollani davon überzeugen, dass er sich ganz dem Jazz zuwendet. Rava gehört zu den ersten Jazzmusikern Italiens, die auch internationalen Erfolg feiern. Er geht bereits in jungen Jahren nach New York und spielt unter anderem mit Cecil Taylor, Don Cherry und Archie Shepp. Als Bandleader macht er in den 70er Jahren erste Aufnahmen für das ECM-Label, mit Palle Danielsson und John Christensen, sowie Roswell Rudd. Der Kontakt zwischen Rava und dem ECM-Labelmacher und Produzenten Manfred Eicher bleibt über die folgende Jahre bestehen, wird aber erst 2003 mit dem Album „Easy Living“ erneut intensiviert. Im selben Jahr beginnt Eicher erste Alben von Bollani zu produzieren, unter anderem das preisgekrönte „Piano Solo“ (s.ARTE-Online 16.01.2007).
Das Album „The Third Man“ wird wie Bollanis „Piano Solo“ in einem Studio in Lugano eingespielt. Dabei gelingt es dem Produzenten Eicher erneut, eine vertraut intime Aufnahmesituation zu schaffen, die das durchdringende Zusammenspiel des Duos sondergleichen fördert. Rava und Bollani kommunizieren atemberaubend virtuos, wenn sie innerhalb weniger Takte zwischen wild und ungestüm, und lyrisch verspielt wechseln. In blindem Einverständnis lassen sie sich gegenseitig Raum für Improvisationen, oder unterstützen sich im entscheidenden Moment. Ein weiterer Musiker hätte die Balance zwischen Rava und Bollani nur gestört. Einzig dem Produzenten Eicher ist es zu verdanken, dass dieses außergewöhnliche Album zustande kam. Und so ist er es, der „Dritte Mann“, der mit dem Duo bereits auf dem Coverfoto des Albums zu sehen ist, wenn es auch nur seine Schuhe sind, im linken unteren Eck.
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Robert Nippoldt / Hans-Jürgen Schaal„Jazz im New York der wilden Zwanziger“
Gerstenberg Verlag
144 S., mit Originalaufnahmen auf CD
Gefallene Engel, Aufschneider und Entertainer – die Protagonisten des Jazz sind ein aberwitziges Sammelsurium an größtenteils tragischen und extremen Charakteren. Hans-Jürgen Schaal stellt in seinem Buch „Jazz im New York der Wilden Zwanziger“ über 20 Musiker und Sänger in Kurzportraits vor, die Jazzgeschichte geschrieben haben. Der langjährige Jazzkenner liefert sowohl kurzweilige Anekdoten, als auch faktenreiche Hintergrundinformationen, die er darin unterhaltsam einbettet. Aber erst eine Vielzahl von Illustrationen, die Robert Nippoldt angefertigt hat, machen das Buch zu einer bibliophilen Augenweide. Seine realistischen Zeichnungen laden dazu ein, in den Texten zu schmökern und in die Zeit des Cotton Clubs und der Jazzrevuen regelrecht einzutauchen. Dank der beiliegenden CD, auf der sich Songs der portraitierten Musiker befinden, wie unter anderem Louis Armstrong, Chick Webb, Bessie Smith oder Cab Calloway, kann man die Wilden Zwanziger wieder aufleben lassen.Matthias Schneider







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