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Summer of Love - Im Gespräch mit ... - 02/09/08

Eric Burdon

Interview mit Eric Burdon, der mit seiner damaligen Band „The Animals“ auf dem „Monterey Pop Festival“ aufgetreten ist.

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Eric Burdon, wie haben Sie die Atmosphäre beim Monterey Film Festival 1967 empfunden? Gab es Unterschiede zu anderen Konzerten oder Musikveranstaltungen?
Schon bei der Landung auf dem kleinen Flughafen von Monterey (zusammen mit Jimi Hendrix, Brian Jones und Mitgliedern meiner Band The New Animals) hatte ich das Gefühl, dass wir etwas ganz Besonderes erleben würden. Das Timing war einfach perfekt, so etwas gibt es nur in Kalifornien. Ein ganz anderes Lebensgefühl. Damals empfand ich dieses Wochenende als ungeheuer bedeutsame Zusammenkunft von Künstlern mit ähnlicher Gesinnung. Sie erfassten die Verletzbarkeit und die Faszination demokratischer Überzeugungen, um mit den althergebrachten Moralvorstellungen zu brechen. Das Festival hatte in der Tat einen religiös-moralischen Einschlag.

Was ist Ihre heutige Meinung über die Lebensphilosophie der Hippies zu jener Zeit (Liebe und Frieden, Timothy Learys Slogan: „Turn on, tune in, drop out“, Veränderung der Welt durch Musik, das Leben in Kommunen)? Ist von ihr noch etwas übriggeblieben?
Ich stand neuen Ideen zwar offen gegenüber, konnte mich aber nicht mit jedem Aspekt der Hippiebewegung anfreunden. Ich habe den Begriff Hippie nie gemocht und hielt auch nicht viel vom Kommunenleben. Gegen das Konzept der freien Liebe hatte ich allerdings nichts einzuwenden. Welcher junge Mann hätte das schon? Die große Versuchung musste zwangsläufig zu Problemen führen. Aber über die Folgen machte ich mir damals wenig Gedanken.

Warum haben Sie einen Song über das Festival geschrieben? Im Zusammenhang mit einem Auftritt von Jimi Hendrix sprachen Sie einmal von „magischen Momenten“.
Das war meine Art, das Festival bekannt zu machen und für sein Anliegen zu werben.

Sind die „San Francisco Nights“ damals tatsächlich so gewesen, wie Sie es in Ihrem berühmten Song beschreiben?
Ja, das waren sie. Jedenfalls damals. Sie haben mich zu diesem Song inspiriert.

Sind Sie im „Summer of Love“ auch ein Hippie gewesen? Mit Blumen im Haar?
Ja. Doch wie ich bereits sagte, gab es einige Dinge, die ich anders sah. Zum Beispiel hatte ich kein Problem damit, dass die US-Truppen in Vietnam waren. Ich habe meine Unterstützung und mein Mitgefühl für sie in meinen Songs zum Ausdruck gebracht.

Viele Leute sind der Ansicht, dass der Zeitraum von Mitte der Sechziger- bis Mitte der Siebzigerjahre eine besonders kreative Periode der Rock- und Popmusik war. Sehen Sie das genauso?
Ja. Genauer gesagt denke ich, dass in diesen Jahren Rock und Pop erfunden wurden.

Sie haben bis heute „überlebt“, sind weltberühmt und noch immer erfolgreich im Musikgeschäft. Wie hat sich die Branche in den letzten 40 Jahren verändert?
Die Entwicklung des Musikfernsehens hat die Branche meiner Ansicht nach wesentlich verändert. Heute geht es in erster Linie darum, wie man aussieht. Die Texte sind zweitrangig geworden. Außerdem prägen Computer, das Internet und neue Technologien die Aufnahmetechniken. Das wirkt sich nicht immer positiv aus. Von manchen Innovationen profitiert die Aufnahmetechnik allerdings, da sie viele Verfahren beschleunigen. Auch die Filmindustrie hat für Spezialeffekte Nutzen aus den neuen Technologien gezogen. Ich halte die Stimme eines Menschen für sehr wichtig. Meine Stimme ist mein Instrument. Ich persönlich habe mich nicht von den Veränderungen beirren lassen und versuche sie zu meinem Vorteil zu nutzen.

Interview: Thomas Neuhauser / ARTE

Erstellt: 02-09-08
Letzte Änderung: 02-09-08