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Arte Journal - 13/02/12

Erneute Proteste gegen Wades 3. Amstzeit

Senegals Opposition fordert Wades Rückzug aus der Präsidentenwahl.

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Die Proteste im Senegal gegen eine mögliche dritte Amtszeit von Präsident Abdoulaye Wade gehen weiter: auch heute gingen die Menschen wieder auf die Straße und forderten, dass Präsident Abdulaye Wade, der seit dem Jahr 2000 amtiert, seine Kandidatur zurückzieht. Für viele Bürgerrechtler ist dies der einzige Weg, den Frieden im Senegal zu bewahren. Sie befürchten, dass sonst die Lage noch schlimmer werde. Von einer Demokratie könne man sonst nicht mehr sprechen.

Bereits fünf Tote

In den vergangenen zehn Tagen war es in dem westafrikanischen Land mehrmals zu Zusammenstößen zwischen Anhängern der Opposition und Sicherheitskräften gekommen. Fünf Menschen kamen dabei bereits ums Leben. Die Proteste richten sich gegen die Entscheidung des Verfassungsgerichts, Wade zum dritten Mal zur Präsidentenwahl zuzulassen. Laut der 2001 verabschiedeten Verfassung sind im Senegal nur zwei Amtszeiten erlaubt. Wade argumentiert aber, dass er schon ein Jahr vor Inkrafttreten dieser Regel an die Macht gekommen sei und diese deshalb nicht für ihn gelte.

Zweitältester Staatschef Afrikas

Wade (85) ist nach Simbabwes Staatschef Robert Mugabe (87) der älteste Präsident Afrikas. Die meisten der zwölf Millionen Senegalesen sind unter 30 Jahre alt. Im Falle einer Wiederwahl wäre Wade für sieben Jahre an der Macht - und würde möglicherweise erst als 92-Jähriger in den Ruhestand gehen.

Kein Aufruf zum Wahlboykott

Zur Demonstration in Dakar hatte die Bewegung vom 23. Juni (M23) aufgerufen. In diesem Bündnis sind mehrere Oppositionsparteien und zivilgesellschaftliche Verbände organisiert, die ein neues Mandat für Wade ablehnen. Die Mehrheit der Opposition will die Präsidentschaftswahl nicht boykottieren, weil das Wade und seinem System nur in die Hände spielen würde.

Ulrike Dässler mit AFP / dpa

Erstellt: 12-02-12
Letzte Änderung: 13-02-12