... und tröpfelt leicht ab und zu: Seit zwei Tagen hält sich das Wetter ziemlich bedeckt und bleibt unbeeindruckt vom Medienrummel und Prominentenaufgebot. Es scheint, als habe es die Stimmung der Wettbewerbsfilme aufgegriffen. Denn interessanterweise verfolgen zwei Gesellschaftsfilme häusliche Dramen, genauer: die Institution "Ehe" - und zwar von sehr unterschiedlichen Perspektiven: In der jüdischen Kleinunternehmerklasse in Brooklyn in „
Two Lovers“ von James Gray („
Little Odessa“ oder „
The Yards“) soll sich ein junger, labiler Mann für die von seinen Eltern eingefädelte Heirat entscheiden und damit zwei Reinigungsketten zusammenführen. Obwohl er seiner Nachbarin verfällt und verzweifelt bereit ist, alles für sie aufzugeben. Ein zarter Film, der nahe geht mit den Stars Joaquin Phoenix, Gwyneth Paltrow und Isabella Rossellini.
In „
Le silence de Lorna“ (Lornas silence) ist die Ehe nur Mittel zum Zweck für die Albanerin Lorna, die mehrere tausend Euro einem Junkie bezahlt, um mit einer Scheinehe die belgische Staatsbürgerschaft zu erlangen. Doch welchen menschlichen Preis ist sie bereit dafür zu bezahlen? Auch in der argentinischen, niederländischen, spanischen und deutschen Koproduktion muss sich ein Mann mit den Resultaten von zwischenmenschlichen Beziehungen auseinandersetzen. Hat er vor zwanzig Jahren sein Kaff verlassen und driftet seitdem ziellos als Seemann über die Meere. Ein Besuch bei der Mutter erzwingt eine überraschende Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Verena Dauerer