Mit Leonor Silveira, Ricardo Trepa, Luis Miguel Cintra, Michel Piccoli…
Synopsis : Nachdem er für ein Verbrechen, das er nicht verübt hatte, in Haft sitzen musste, wird Luciano aus dem Gefängnis entlassen und findet dank seines neureichen Bruders eine Stelle im Dienst Alfredas. Er knüpf freundliche Beziehungen zu dieser wohlhabenden Dame, die in einem weiten, ihr sehr viel bedeutenden luxuriösen Haus lebt und dabei aber immer wieder, den Wunsch äussert, die Heilige Marie eines Tages zu erblicken. So wird der Wunsch langsam zur Wahnvorstellung und gefährdet sogar ihre Gesundheit. Sehr um sie besorgt macht sich Luciano darüber Gedanken, ob es nicht sinnvoll wäre, mithilfe eines in Hochstapelei spezialisierten Haftgenossen, ihr den Wunsch durch eine ausgeklügelte Inszenierung zu erfüllen.

Der Trailer zum Film (Real Video)
Die Pressekonferenz zum Film (Real Video)Kritik: Manoel de Oliveira ist es gelungen, die elegante, gelehrte und gleichzeitig bissige Prosa der portugiesischen Romanautorin Agustina Bessa-Luis mit seiner eigenen spezifischen Inszenierung in Einklag zu bringen. Nach Abrahams Tal und Prinzip der Ungewissheit (u.a.) vereinigen sie erneut ihre Kräfte miteinander, wenn es darum geht, die streng steife Welt der portugieseschen Provinz darzustellen: hinter der rustikal bürgerlichen Dekoration, der olympischen Scheingelassenheit und der raffinierten und stechenden Schönheit der Sprache verborgen tummeln sich Zweifel, Verachtung und Grausamkeit auf, wobei der Raum frei wird für heilige und fantastische Erscheinungen.
Leonor Silveira, die unter gleicher Führung schon überzeugend die Role der 'Madame Bovary' in 'Abrahams Tal' übernommen hatte, wird die schwierige Aufgabe zuteil, eine unheimliche, geradezu pathetische 'Bourgeoise' darzustellen. Ihr grausamer Schicksal weist zahlreiche Ähnlichkeiten mit dem der Heldin Flauberts auf. Auch mit 96 Jahren scheint Oliveira unbezwingbar und betrachtet eine halbe Stunde lang -und wir mit ihm-, wie seine um 60 Jahre jüngere Schauspielerin, die er Ende der achtziger Jahren entdeckt und deren Schönheit er so gepriesen hat, im Bett liegend, entstellt und hässlich geworden, sich dem Tode nähert.
Auch wenn Oliveira sehr oft darauf hinwies, dass die Anschauungen der Vergangenheit zum Scheitern verurteilt waren (z.B. in Un film parlé), wird die Gesellschaftskritik grundsätzlich als Parabel durchgeführt, mit jener ausgezeichneten Darstellungskunst, die für den Stil von Agustina Bessa-Luis so kennzeichnend ist. Aber, wie gesagt, jenseits der erdrückenden Atmosphäre, die durch den vernichtenden Erzählton noch stärker unterstrichen wird, ist jede Sekunde des Films eine Hymne an die Schönheit! So manche umwerfende Sequenzen drängen zum Absoluten. Mal taucht Leonor Silveira mit einem Pfau an ihrer Seite aus einem Schwimmbad; mal reflektiert ein Spiegel Ansichten eines farbig restaurierten Venedig. Dabei wird das Ganze durch eine Melancholie und eine künstlerische Unbefangenheit begleitet, wie man sie noch nie in den vorigen Filmen Oliveiras erlebt hatte. So früh wird er wohl noch nicht in Rente gehen...
Julien Welter
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Espelho Magico (Der magische Spiegel)
Von Manuel de Oliveira
(Portugal, 2005, 140 Min.)
Mit Leonor Silveira, Ricardo Trepa, Luis Miguel Cintra, Michel Piccoli…
Venedig 2005 - Offizieller Wettbewerb






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Manuel de Oliveiras neue Darstellung einer aristokratischen untergehenden Welt voller lustiger und gemeiner Bigotterie
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