F.C. Gundlach vermochte wie kein anderer Modefotograf den Zeitgeist einzufangen und ihn als Indikator für gesellschaftliche Veränderungen einzusetzen. Neben vielen bekannten Bildern zeigt die bisher umfangreichste Präsentation mit rund 350 Exponaten auch viele unbekannte Facetten des Werkes von F.C. Gundlach.
Bereits als Zehnjähriger (geboren 1926 in Heinebach/Hessen) hatte Gundlach seine Leidenschaft für Fotografie entdeckt. 1952 ließ er sich zum Fotografen ausbilden. Schnell entschied er sich für eine Spezialisierung auf Modefotografie. Er arbeitete für Zeitschriften wie etwa „Film und Frau“ oder „Brigitte“ und avancierte schnell zu einem der renommiertesten „Fashion Photographers“. Er setzte nicht nur die Mode selbst perfekt ins rechte Licht, sondern auch die Posen und Gesten der Models in Kombination mit ausgefallenen Requisiten und mythischen Orten.
Im Rahmen der großen Werkschau im Martin-Gropius-Bau werden neben den klassischen Modefotografien und Star-Porträts auch seine beeindruckenden Reise-Reportagen, die ab Mitte/Ende der 1960er Jahre in Ländern wie Argentinien, Brasilien, Peru, Japan, Kambodscha, Thailand, Vietnam entstanden, zu sehen sein.
Ein Schwerpunkt der Schau ist der Stadt Berlin gewidmet, denn mit ihrer beinahe historischen Bedeutung als internationale Mode-Metropole war sie für F.C. Gundlach neben Paris der wichtigste Ort und diente bis 1965 als Motiv und Inspiration für die meisten seiner Fotografien. Die Ausstellung nimmt diesen roten Faden in ihrer Bildführung auf und führt den Betrachter an die schönsten Orte der Stadt.
F.C. Gundlach-Retrospektive im Martin-Gropius-Bau in Berlin. Von 20. November 2009 bis 14. März 2010.