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KurzSchluss

"KurzSchluss - Das Magazin" zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt - und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews.

> Sendung vom Samstag 26. Januar 2002 > "Fannys Hochzeit" von Olivier Brunet

26/01/02

"Fannys Hochzeit" von Olivier Brunet

18 Min, Kurzfilm, Frankreich 2000


Regie und Buch: Olivier L. Brunet
Kamera: Vincent Jeannot
Ton: Pierre Molin
Mischung: Gérard Lamps
Musik: Antonin Reicha, Jan Dismas Zelenka, Olivier L. Brunet.
Choreographie: Jesus Hidalgo
Stimme: Dominique Blanc
Mit: Dominique Blanc (die Stimme), André S. Labarthe (der Mann auf dem Gleis), Döette Brunet (die Ehrenjungfer), Jesus Hidalgo, Emanuela Ciavarela, Line Guillouet, Cyril Viallon, Béatrice Aubert, Martin Freundenstein (die Tänzer)


Zusammenfassung:
In einem Haus am Rand der Steilküste erinnert sich Fanny an Simon, ihren Verlobten. Am Tag ihrer Hochzeit, als noch Krieg war, haben „sie“ ihn abgeholt. Fanny erzählt vom langen Warten, von der Verzweiflung und von dem, was sie letztendlich am Leben hielt: die Neugierde. Sie spricht über die Natur, von Kindern, über Schönheit und Bücher. Doch nun ist für sie die Zeit vorbei, „alles ist vollendet“.


An der Grenze zwischen Fiktion und Experimentalfilm beschreibt „Fannys Hochzeit“ eine innere Landschaft an Hand einer Off-Stimme. Bilder der Erinnerung, Fantasmen und Literaturzitate vermischen sich zu einer subtilen Choreographie, ebenso wie sich Realität und Fiktion nicht trennen lassen. Der Text inspiriert sich frei nach Werk und Leben von Thomas Bernhard, Primo Levi und Marguerite Duras. „Selten sind mit derartiger künstlerischer Sensibilität die Probleme dargestellt worden, die mit den Schandtaten und Brandmalen des Krieges einhergehen (...)“ (Raphaël Bassan, in: “Bref n°44/2000”). Olivier L. Brunet nimmt auch Archivmaterial aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen in seinem Film auf.



Biografie:
Olivier L. Brunet wurde im Jahre 1960 geboren. Erst über Umwege kam er schließlich zum Film : Vom Rocksänger, über den Radiomoderator, über die Postproduktion von Filmen und die Herstellung von Vor- und Abspännen. 1991 realisierte er seinen ersten Kurzfilm, der sofort auf den Festivals in Brest und Clermont-Ferrand auffiel („Le baptême de Julien“). Für „Fannys Hochzeit“ benötigte er sechs Jahre, der Film ist auf 70mm-Material gedreht. „Fannys Hochzeit“ war 1999 und 2000 auf zahlreichen internationalen Festivals vertreten.

Erstellt: 05-05-04
Letzte Änderung: 26-01-02