Synopsis: Karla (Laura Tonke) fährt zurück in das Provinznest aus dem sie stammt, weil ihre Schwester nach einem Autounfall im Koma liegt. Dort trifft sie auf Axel (Richy Müller), dessen Sohn und Freund der Schwester mit ihr im Auto saß und ebenfalls im Koma liegt. Eine vorsichtige Annäherung zwischen den beiden findet statt. Karla fühlt sich fremd in Farland. Sie erkundet dieses Gefühl, und lernt sich dabei selbst besser kennen.
Karla fühlt sofort den Impuls in sich, diesen furchtbaren Ort wieder zu verlassen, aber sie zwingt sich zu warten, bis ihre Mutter aus dem Urlaub zurückkehrt. Damit ihre Schwester, die im Koma liegt, nicht ganz allein ist. Äußerlich passiert nicht viel in FARLAND. Karla sucht Orte auf, an denen sie früher mal war: die alte Diskothek, die Wohnung ihrer Mutter. Aber sie zieht es vor, im anonymen Hotel zu wohnen, in dem man mit EC-Karte eincheckt, und Getränke am Automaten bekommt. Kliers Figuren reden wenig, doch wenn dann schneiden sie die Luft, so präzise sind die spärlichen Sätze. Da ist Klaras Ex-Freund, der melancholische Polizist Frank (Daniel Brühl), der sie immer noch liebt und ihr sagt: "Du hast dich verändert". "Du nicht", entgegnet Klara, wie der Herr K. von Herrn Kafka, und damit ist für sie die Unterhaltung beendet, und sie lässt Frank stehen.
Michael Klier beschreibt sein dramaturgisches Konzept für den Film folgendermaßen: "Die lose angelegten Stränge, der an sich dramatischen Geschichte bestehen aus wellenartigen, fast meditativen Bewegungen, die bewusst auf den konventionellen, zugespitzten Plotpoint verzichten. Veränderungen geschehen nicht durch den erhofften oder viel beschworenen "Big Bang", sondern vollziehen sich leise, "unterirdisch", in kleinen Wellen..." Dadurch geraten die Figuren in eine Art Schwebezustand, der eine seltsame Atmosphäre kreiert, die wie irreal wirkt, aber genau dadurch, dass sie eigentlich extrem real ist.
Nicht nur im Titel spiegeln sich Motive der Westernmythologie wieder. In FARLAND geht es um Heimatlosigkeit, um Fremdsein, und um die Depression der zu hause gebliebenen. Nicht nur die Unfallopfer liegen im Koma. Doch Klara, zeigt wie es geht. Sie ist und bleibt zwar eine Verlorene, aber sie bleibt auf der Suche, bewegt sich und bleibt dadurch lebendig. Sie weiß: "Es ist wichtig immer aufzubrechen, auch wenn man nicht weiß wohin". Und so kommt ihre Mutter ganz am Ende des Films zurück nach FARLAND, und Klara muss weiter, denn "Überall ist es besser wo wir nicht sind". Diesen Titel trug übrigens der erste Spielfilm Michael Kliers, und auch er bleibt beständig auf der Suche.
Nana A.T. Rebhan
Drehbuch Michael Klier und Undine Damköhler
Produzent Martin Hagemann
Mit Laura Tonke, Richy Müller, Daniel Brühl
Deutschland 2003, 90 Min.






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