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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 16. August 2007 - 13/12/07

Fata Morgana

Ein Film von Simon Groß


Beziehungstest in der Hitze der Sahara

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Deutschland 2007, 87 Min.
Mit Matthias Schweighöfer, Marie Zielcke, Jean-Hugues Anglade

© Stardust Filmverleih
Marie Zielcke
Synopsis: Zum bestandenen Examen belohnt sich Daniel (Matthias Schweighöfer) mit einer Reise. Gemeinsam mit seiner Freundin Laura (Marie Zielcke) fährt er nach Marokko. Dort mietet er sich einen Jeep für eine Wüstentour. Das Pärchen verlässt die vorgeschriebenen Pfade und findet nicht mehr zurück. Ein mysteriöser Fremder (Jean-Hugues Anglade) mit einem Motorrad taucht auf und gibt vor, sie zu retten. Sie sollen ihm folgen, doch er führt sie nicht zurück...

Kritik: Für seinen Debütfilm hat sich der 31-jährige Münchner HFF-Absolvent Simon Groß so einiges vorgenommen: Während einige seiner Kollegen gerade die (Un)Tiefen der bayrischen Provinz ausloten, zieht es ihn in die Ferne. In Marokko, genauer gesagt in der angrenzenden Sahara lässt er sein braves Städterpärchen auf harsche Natur prallen. Fast wären sie verdurstet, doch da taucht der in schwarz gewandete, langhaarige mysteriöse Fremde auf und rettet sie. Gibt ihnen Wasser und repariert den Jeep. Tagelang folgen sie ihm daraufhin, in völliger Abhängigkeit. Groß baut eine spannende, existentielle Grundsituation auf.

© Stardust Filmverleih
Das junge Pärchen Daniel (Matthias Schweighöfer) und Laura (Marie Zielcke)
Nur leider gelingt es ihm nicht, die nun folgende Stunde ein fesselndes Beziehungsdrama zu entwickeln. Einen Thriller auch nicht. Zwar gibt es Elemente aus beiden Genres, so umgibt den Fremden etwa eine unheimliche Ahnung. Der Zuschauer rätselt, ob er die beiden wohl entführen, gar umbringen wird? Anzeichen häufen sich, so ist der Fremde etwa im Besitz von Gegenständen anderer Touristen, die ihre Tour nicht überlebt haben. Doch es passiert nichts.

Die Beziehung zwischen Daniel und Laura gerät währenddessen in eine harte Bewährungsprobe: Was in der flauschigen Zivilisation gut funktionierte, muss sich im unerbittlich harten Wüstensand bewähren. Laura fühlt sich vom starken Fremden angezogen. Das macht Daniel natürlich eifersüchtig, er zickt rum und treibt sie damit genau in die Arme des vermeintlichen Feindes. Doch auch dieser Plot ist ziemlich dünn. Also findet Groß ein Finale, das mehr verwirrt als erklärt und den Zuschauer ratlos zurücklässt. Wer tapfer und geduldig auf das Ende des Films und damit eine vermeintliche Lösung gewartet hat, wird bitter enttäuscht. Die aufwendig inszenierte Verfolgungsjagd am Ende wirkt nur überflüssig und eitel.

© Stardust Filmverleih
Jean-Hugues Anglade
Wer auf ein minimalistisch existentielles Wüstendrama im Stil von Gus van Sants großartigem Film GARRY (2002) hofft – der es leider nie auf deutsche Kinoleinwände geschafft hat – tut dies vergebens. Einzig die schönen Bilder des Kameramannes Peter Steuger und die guten Schauspieler entschädigen etwas für die ansonsten größtenteils ärgerliche Geschichte.

Nana A.T. Rebhan

Erstellt: 14-08-07
Letzte Änderung: 13-12-07