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Pressekonferenz mit Daniel Barenboim - 18/08/05

Fehlende Szenen

Bei der auf der Pressekonferenz in Paris gezeigten Fassung des Dokumentarfilms handelt es sich um eine gekürzte Fassung. Daniel Barenboim erklärt, warum die gekürzten Szenen für das Verständnis des Themas unerlässlich gewesen wären. Jérôme Clément setzt sich für die Ausstrahlung des Films in voller Länge bei ARTE ein.

Daniel Barenboim :
Der Film ist stark gekürzt worden. Ich sage das trotz aller Dankbarkeit dafür, dass ARTE sich so sehr eingesetzt hat. Ich kenne die Zeitprobleme ja sehr gut, aber ich muss sagen, dass der Film gekürzt wurde, weil ganz entscheidende Abschnitte darin fehlen – nicht nur der über die Knesset – wodurch einige Aspekte außen vor bleiben.

In der vollständigen Fassung des Films wird eine 1999 in Weimar geführte Diskussion über Konzentrationslager gezeigt. Es handelt sich dabei um eine kleine Konferenz, die Edward Said über das Böse im menschlichen Wesen gehalten hatte, in der er betonte, dass Weimar das Beste und das Schlimmste in der deutschen Geschichte symbolisiert. Damit meinte er, dass Weimar, die Stadt Goethes und aller großen deutschen Denker und Musiker, gleichzeitig auch nur 5 Kilometer vom Konzentrationslager Buchenwald entfernt liegt. Edward Said, der als Einziger vor 80 jungen Leuten sprechen konnte, darunter Israelis, Araber aus verschiedenen Ländern und Deutsche, sagte ihnen, dass er als Palästinenser eine gemeinsame Besichtigung des Konzentrationslagers Buchenwald für unabdingbar halte. Und das wird im Film gezeigt.

Es ist ein Ausschnitt, der mir hier sehr fehlt, denn die Anspannung, aber auch die Sensibilität zu spüren, zu sehen wie sich der Horizont der Deutschen und der Araber erweitert und zu sehen, dass Jugendliche aus Syrien oder aus Palästina auch in den Gaskammern vernichtet worden wären, wenn sie an jenem Tag mit den Juden in Deutschland gewesen wären… Ich kann mir nur wünschen, dass eines Tages…
Entschuldigen Sie, dass ich so emotional werde. Das geschieht nicht aus Mangel an Dankbarkeit, ganz im Gegenteil. Aber wissen Sie, das ist, als spiele man eine Sinfonie und eine besonders schöne Passage würde ausgelassen.

Jérôme Clément : Sie haben absolut Recht mit dem, was Sie sagen. Wir werden eine Lösung finden. Ich gebe Ihnen mein Wort, dass wir eine Möglichkeit finden werden, den Film in seiner vollen Länge zu zeigen. Nur ist es mit den Sendeplätzen immer schwierig, und da wir ja schon in der Woche davor ein Portrait über Sie ausstrahlen, das ebenfalls lange Szenen enthält, ist es schwierig…

Daniel Barenboïm :
Es geht nicht um mich. Ich würde es vorziehen, Sie würden den Dokumentarfilm über mich streichen. Es geht nicht darum, möglichst lange mein Gesicht zu zeigen, so schön ist es nicht! ...

Jérôme Clément : Nein, nein, wir werden eine Lösung finden, wir werden den ganzen Film zeigen.


Video (1/7) (5'08"; Real video)


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Erstellt: 10-08-05
Letzte Änderung: 18-08-05