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Junichis Tochter wurde ermordet. Er sucht nun indirekt die Nähe zu Noriko, der Mutter der Mörderin, die in der Küche einer Pension arbeitet. Er quartiert sich dort ein. Abgesehen von einem knappen Anfangsmonolog von Junichi und Noriko wird in THE REBIRTH nicht gesprochen. Ungefähr zwanzig Mal wiederholt sich der banale Alltag der Protagonisten in der kleinen Pension. Nur wenige Details ändern sich im Laufe der Zeit. THE REBIRTH besticht durch seine unprätentiöse Art, erfordert aber hohe Aufmerksamkeit vom Zuschauer.
Der Preis für die Beste Regie ging an den französischen Regisseur Philippe Ramos für seine ARTE-Koproduktion CAPITAINE ACHAB. Der Film basiert lose auf der weltbekannten Geschichte von „Moby Dick“, treibt aber sein ganz eigenes, munteres Spiel mit fünf verschiedenen Erzählperspektiven, denen jeweils eigene Musikstile zugeordnet werden. Sein leichtfüßiger, gut besetzter Film ist die Langversion des gleichnamigen Kurzfilms, den der Regisseur vor vier Jahren realisierte.
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Für den Preis der besten Hauptdarstellerin wurde die Spanierin Marián Álvarez für ihre Rolle in LO MEJOR DE MI ausgezeichnet. Sie spielt die Freundin eines erfolgreichen Sportlers, der ganz plötzlich schwer erkrankt und längere Zeit im Krankenhaus bleiben muss. Diese Tatsache belastet die Liebe des jungen Paares, das gerade erst eine gemeinsame Wohnung bezogen hat. Sensibel und nachvollziehbar verkörpert Marián Álvarez die verschiedenen Stadien des unaufhaltsamen Verfalls ihrer Beziehung.
Insgesamt präsentiert der künstlerische Direktor Frédéric Maire in seinem zweiten Jahr ein Programm, das sich zwar durchaus sehen lassen kann, das aber kaum durch großartige Neuentdeckungen besticht. Dennoch gibt es eine ganze Reihe sehr sehenswerter Filme von jungen Regisseuren, wie etwa LO BUENO DE LLORAR des chilenischen Regisseurs Matías Bize, der ein Paar durchs nächtliche Barcelona streifen und dabei über seine Beziehungsprobleme sinnieren lässt.
In eine sinnlich-mystische Welt entführt der ungarische Regisseur Benedek Fliegauf den Zuschauer in seinem Film TEJÚT (MILKY WAY). Ein gutes Dutzend Orte, die in präzisen, tableau-artigen Einstellungen fotografiert wurden. Jede Einstellung ist eine eigene Plansequenz, in der sich die Protagonisten seltsamen, manchmal gar absurden Handlungen widmen, eine Art Tableau Vivant. Fliegauf komponiert seine Bilder sorgfältig genau, und achtet auch beim Ton auf jedes einzelne Detail. Fliegauf: „TEJÚT ist ein besonderer Film, in dem man anstelle von Giraffen und Pinguinen den Menschen zuschauen kann.“ Beide Filme waren in der Sektion „Compétition Cinéaste du présent“ zu sehen.
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Wegen ihrer spielerisch-experimentellen Art sind außerdem zwei Filme in der Menge eher konventioneller Dramaturgien aufgefallen: PHANTOM LOVE der amerikanischen Underground-Regisseurin Nina Menkes, die bereits seit über 25 Jahren experimentelle Spielfilme realisiert, die sich dem kommerziellen amerikanischen Markt verweigern. In PHANTOM LOVE mischt Menkes erotische Sexszenen mit denen einer Frau, die in einem Casino arbeitet, und Aufnahmen einer anderen Frau, die an einer Psychose leidet und stets in Begleitung von zwei großen schwarzen Hunden ist. PHANTOM LOVE erinnert in seiner assoziativen, traumhaften Art an die Werke der Surrealisten, insbesondere an UN CHIEN ANDALOU von Luis Buñuel.
In JAPAN, JAPAN will der 19-jährige Imri Israel verlassen, um nach Japan zu gehen. Doch erst einmal muss er etwas Geld für seine Reisekasse verdienen. Mit collagehaften Stilmitteln arbeitet der israelische, in Berlin lebende Regisseur Lior Shamriz und verdichtet so den Alltag und die Phantasie- und Wunschwelt von Imri zu einem ganz eigenen, sehr unterhaltsamen Film. Vor dem Hintergrund der schwierigen politischen Situation in Israel versucht Imri seinen eigenen Weg zu finden, heraus aus seinem inneren Exil.
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Nana A.T. Rebhan






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