(El Ferrol, 1892 – Madrid, 1975)
Nach seiner Ausbildung an der Militärakademie in Toledo (1907 – 1910) dient er in Marokko und wird für seine Leistungen im Marokko-Krieg im Alter von 23 Jahren zum General ernannt. Damit ist er der jüngste General Europas. 1934 wird er von der Regierung der Zweiten Republik als Kommandant der Fremdenlegion eingesetzt, um den Bergarbeiteraufstand in Asturien niederzuschlagen. 1935 wird er Generalstabschef der Armee. Die Volksfrontregierung versetzt ihn 1936 aus politischen Gründen auf die Kanarischen Inseln. Von dort aus bereitet er zusammen mit den Generälen Sanjurjo und Mola den nationalistischen Aufstand vom 17. und 18. Juli 1936 in Spanisch-Marokko vor.
Als 1936 der Bürgerkrieg ausbricht, gelingt es ihm, die Fremdenlegion und die marokkanischen Einheiten - die Sturmspitzen der nationalistischen Armee - von Marokko nach Spanien zu überführen. Franco wird der militärische Führer der Rebellen: Am 12. September ernennt ihn die „Junta zur nationalen Verteidigung von Burgos“ (Name der Stadt, in der sich die Bewegung formiert) zum „Generalissimus“ und am 29. September 1936 zum spanischen Staatschef.
Franco übernimmt persönlich die Kriegsführung und sichert sich die Unterstützung Hitlerdeutschlands und des faschistischen Italiens, zweier Länder, die sich ursprünglich mit Großbritannien, Frankreich, der UdSSR und Portugal auf die Nichteinmischung in den spanischen Bürgerkrieg geeinigt hatten. Die Unterstützung Portugals unter der Führung von Salazar in den ersten sechs Monaten des Bürgerkrieges ist entscheidend. Das Nachbarland wird zum militärischen Stützpunkt des Spanienkrieges: Salazar öffnet Francos Partisanen die Grenzen seines Landes und gibt ihnen für den Transport von Waffen in die nationalistischen Gebiete direkten Zugang zur Hafeninfrastruktur. Auch der Kauf der Junkers für die Bombardierung Gernikas wird in Portugal abgewickelt.
Franco nennt sich fortan „Caudillo“ („Führer“) und legt den Grundstein für einen neuen Staat, indem er im April 1937 eine Einheitspartei gründet und Wirtschaft und Arbeit staatlich organisiert. Nach der Niederlage der Republikaner 1939 ist er der unangefochtene Herrscher Spaniens mit dem Ziel einen autoritären katholischen Staat auf korporativer Basis zu errichten.
Nach der Niederlage Frankreichs im Juni 1940 plant Hitler, Gibraltar anzugreifen, in Portugal einzumarschieren und die Kanarischen und Kapverdischen Inseln zu besetzen. Dazu braucht er die Unterstützung Spaniens. Außerdem will er Großbritannien den Zugang zum Südatlantik versperren. Franco ist seinerseits an den französischen Kolonien in Nordafrika interessiert. Als Franco den Status Spaniens am 12. Juni 1940 von „neutral“ auf „nicht kriegführend“ ändert, scheint er sich auf eine Kollaboration mit Deutschland vorzubereiten. Hitler übt wiederholt Druck aus (Treffen im französischen Ort Hendaye am 23. Oktober 1940), doch Franco weigert sich, das vom Bürgerkrieg zerstörte Spanien in einen Krieg an der Seite der Achsenmächte zu stürzen, der hauptsächlich deutsche Ziele befriedigen würde (Beitritt zum Antikominternpakt, Bereitstellung an der russischen Front der so genannten Blauen Division (División Azul), einer Einheit von Freiwilligen). Mit der Aussicht auf einen Alliiertensieg liberalisiert Franco sein Regime ab 1942 langsam, ersetzt den pro-deutschen Außenminister Serrano Sũner durch den pro-Alliierten General Jordana und erklärt am 1. Oktober 1943 erneut die Neutralität seines Landes.
Nach dem Zusammenbruch der faschistischen Kräfte und ihrer Verurteilung durch die UNO im Februar 1946 ist Francos Spanien politisch isoliert. Frankreich schließt seine Grenzen. Auf Rat der UNO ziehen die meisten Länder, außer Portugal und einigen anderen, ihre Botschafter ab. Innenpolitisch festigt Franco sein Regime, indem er die Monarchie wiederherstellt und sich zum Regenten auf Lebenszeit ernennt. Langsam aber sicher gelingt es ihm auch, sein Land aus der politischen Isolation zu befreien. Um sich den Ländern des Atlantischen Bündnisses anzunähern, knüpft er wieder Verbindung mit dem England nahestehenden Salazar. Der portugiesische Diktator unterstützt vergeblich den Beitritt Spaniens zur NATO. Franco fördert unterdessen die Annäherung an die USA und unterschreibt am 26. September 1953 ein Abkommen mit den USA, denen gegen die Zusicherung von Wirtschaftshilfe Militärstützpunkte in Spanien überlassen werden. Auf Druck der USA und Portugals stimmt die UNO 1955 dem Beitritt Spaniens zu. Während des Kalten Krieges versteht sich Franco als „Wächter des Abendlandes“, als „Verteidiger der westlichen Welt gegen den Kommunismus seit 1936“.
Auf Anraten der Technokraten von Opus Die, die er in seine Regierung aufnimmt, liberalisiert Franco die spanische Wirtschaft und leitet damit das so genannte „spanischen Wirtschaftswunder“ der 60er Jahre ein.
Im Zuge der wirtschaftlichen Öffnung werden zwar zaghafte politische Reformen wie beispielsweise die des Steuerrechts durchgeführt, der Autoritarismus ist und bleibt jedoch die vorherrschende politische Norm.
Franco stirbt nach langer Krankheit am 20. November 1975, damit geht die Macht an Prinz Juan Carlos, den Franco schon 1969 zu seinem Nachfolger ernannt hatte.