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Geschichte am Mittwoch, Programm - 22/11/05

Franco und Salazar - Die iberischen Faschisten

23. November 2005 um 20.40 Uhr


Die Regime von Francisco Franco und Antonio de Oliveira Salazar waren während der langjährigen Herrschaft der beiden Diktatoren eng miteinander verflochten. Die Dokumentation verfolgt die historische Entwicklung Spaniens und Portugals sowie die internationalen Aspekte der Diktaturen beider Länder vom Ende der 20er Jahre bis zu Francos und Salazars Tod in den 70er Jahren.
















Geschichte am Mittwoch
23. November 2005 um 20.40 Uhr
Franco und Salazar - Die iberischen Faschisten
Regie: Joaquin Vieira & Fernanda Bizarro
Dokumentation, Portugal 2004, Synchronfassung, ARTE F, Erstausstrahlung, 57 Min.
Wiederholung: 25. November 2005 um 16.45 Uhr

>> Zu "Spanien, 30 Jahre nach Francos Tod", im Europa Kalender

Mit 33 Jahren ist Franco 1926 der jüngste General Europas. Der Kolonialoffizier schreckt vor keiner brutalen Unterdrückungsmethode zurück. Der 39-jährige Salazar ist 1928 Finanzminister unter der portugiesischen Militärdiktatur. Während der junge Franco sich im Militäreinsatz hervortut, lehrt der Intellektuelle Salazar als Universitätsprofessor. Doch ihre Vorstellungen von Autorität stimmen überein, und jeder führt auf seine Weise eine antikommunistische Politik.

1936 putscht Franco nach dem Wahlsieg der Volksfront gegen die legitime spanische Regierung. Während des Bürgerkrieges interniert er seine politischen Gegner und lässt viele Republikaner erschießen. Zur gleichen Zeit unterstützt Portugal den Transport von Kriegsmaterial nach Spanien. Franco gewinnt 1939 den Bürgerkrieg und etabliert sukzessive seine Macht. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges schließen die beiden Länder einen Nichtangriffsvertrag und kämpfen gemeinsam gegen Stalin. Wenig später hält Salazar in Portugal scheindemokratische Wahlen ab und löst sich von Franco, der eine konservative Monarchie errichten will.

1947 beginnt der Kalte Krieg. Portugal tritt der NATO bei, und Salazar verwendet sich vergeblich für Spaniens Aufnahme ins Atlantische Bündnis. Franco beginnt eine diplomatische Offensive, zeigt sich pragmatisch, flexibel und opportunistisch. Indem er die Errichtung amerikanischer Militärstützpunkte in seinem Lande genehmigt, wird er zum Hauptverbündeten der USA auf der Iberischen Halbinsel.

1969 verfügt Franco, dass nach seinem Tod Juan Carlos de Borbón, der Enkel von Alfons XIII., inthronisiert werden soll. Damit ist die Restauration der Monarchie in Spanien vorgezeichnet. Franco liberalisiert die spanische Wirtschaft. Doch die Unterdrückung geht weiter. Salazar gerät durch sein zähes Festhalten an den afrikanischen Kolonien in eine innenpolitische Krise. Er stirbt 1970. Sein Regime überlebt ihn nicht lange.

1974 bricht in Portugal die "Nelkenrevolution" aus und beseitigt die Reste der Salazar-Diktatur. Ein Jahr später stirbt Franco. König Juan Carlos und Ministerpräsident Suarez demokratisieren Spanien. Der iberische Faschismus, der Mussolini und Hitler überlebt hat, wird endlich beerdigt.

Erstellt: 21-11-05
Letzte Änderung: 22-11-05