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22/02/11

Franz Ferdinand

Seit 2004 beweisen die smarten Schotten, dass es sich zu Indie hervorragend tanzen lässt. Zur Zeit machen sie Disco wieder salonfähig.

Da sind sie ja wieder! Nach fast vier Jahren veröffentlichten Franz Ferdinand im Januar ihr drittes Album "Tonight", und jetzt touren sie auch wieder um die Welt. Älter sind sie geworden, glatter ihr Live-Sound, keine "jungen Wilden" mehr - auf der Bühne lassen sie allerdings nach wie vor gern die Sau raus.

Alex Kapranos: "Die Person, die auf der Bühne auftritt ist ein Monster, das würde ich hier nicht mit euch sprechen lassen, das wäre ja ein Gespräch mit einem echten Arschloch. Diese Person kannst Du im Alltag nicht rumlaufen lassen. Aber das machen wir ja alle - Du redest mit Deiner Familie anders als mit dem Kontrolleur im Bus, und Du bist wieder anders, wenn Du Deine Gasrechnung bezahlst oder zur Arbeit gehst. Wir haben alle verschiedene Teile unserer Persönlichkeit für verschiedene Facetten unseres Lebens. Für uns ist das bloß noch etwas extremer, das ist alles.“

Pünktlich zur Plattenveröffentlichung wird auch die Promotion-Maschine wieder angeworfen - Fotosessions, Coverstories, lange Artikel, tonnenweise Interviews. Franz Ferdinand absolvieren den Promotrip geduldig - allerdings nur, weil sie wirklich grade etwas zu verkaufen haben. Ansonsten halten sie sich fern vom Blitzlicht.

Alex Kapranos: "Wir haben wirklich alles getan, um diese Situation hier zu vermeiden, also Gespräche mit den Medien, der Welt. Es gab ja auch keine Story. Mit der Presse sollte man nur sprechen, wenn man neue Musik hat, also etwas worüber man sprechen kann. Es ist ein großer Unterschied, ob man der Welt erzählt, was man tut oder nur dem Ruhm nachjagt. Wir versuchen alles was wir können, um dieses Celebrity-Ding zu vermeiden - wir gehen nicht in Celebrity-Clubs, wir verraten Reportern nicht, wo wir hingehen, wir hassen das. Das ist das was einen lähmt, die Suche nach Ruhm, nicht der Wunsch, etwas zu schaffen.“

Dabei hätten die vier Schotten von Anfang an genug Grund gehabt, sich durchgeknallte Superstar-Allüren zuzulegen: Ihr Debüt-Album "Franz Ferdinand" katapultierte sie 2004 auf einen Schlag in die vorderste Front des New Rock. Kritiker liebten sie, alle Bands wollten klingen wie sie.

Franz Ferdinands neues Album ist viel dancelastiger als die Vorgänger. Die Texte handeln aber weiterhin auf charmante Weise vom alten Thema Boy-meets-Girl - und den Desastern, die sich oft daraus ergeben. Wenn die Kamera nicht wäre, würde man Franz Ferdinand auch heute noch für einfache Jungs aus Glasgow halten, die gerade ihr Feierabendbier trinken. Und das ist in diesen publicity-geilen Zeiten ja wirklich mal sympathisch.

Neues Album

"Tonight" von Franz Ferdinand
bei Domino Records

Konzerte

19.06.09 - Hurricane Festival, Scheeßel
20.06.09 - Southside Festival, Neuhausen ob Eck

Links



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Samstag 18. April 2009 um 03.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Deutschland, 2009, 52mn)
WDR

Erstellt: 16-04-09
Letzte Änderung: 22-02-11


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