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Trübe WolkenListzts späte Werke nehmen in der Musikgeschichte eine Sonderstellung ein. Als regelrechte Experimentier-Werkstätten schieben sie die Grenzen der traditionellen musikalischen Grammatik so weit zurück, dass es zuweilen schwierig wird, eine Tonalität herauszuhören. So endet "Nuage gris", obwohl in g-moll komponiert, in einem harmonisch vagen Klima, das durch die Überlagerung dreier unabhängiger kompositorischer Linien entsteht.
Sogleich wird einem jedoch die Bedeutung jener Werke bewusst: Sie verknüpfen eindeutig die Romantik mit der Zweiten Wiener Schule. Paradoxerweise zog gerade dieser Aspekt die Kritik eines Arnold Schönberg auf sich, der Liszt vorwarf, bewusst die alte Form durch eine neue zu ersetzen, die jedoch nicht seine eigene sei, und damit einen „unbewohnbaren“ Formalismus geschaffen zu haben, mit dem Argument, „bisher könne kein Lebewesen in einem Raum wohnen, der eine reine Kopfgeburt ist“.
Dabei liefert diese CD den Beweis dafür, dass Liszts Recherchen alles andere als unergiebig waren. Es gelang dem Komponisten, in diesen düsteren, unter dem Zeichen der Trauer stehenden Werken ein äußerst ergreifendes poetisches Klima zu schaffen. Was die Interpretation von Jos van Immerseel und Sergej Istomin angeht, kann diese an Intelligenz und Sensibilität kaum übertroffen werden.
Mathias Heizmann
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Franz Liszt: Späte Werke
Klarvier: Jos van Immerseel
Violoncello: Sergej Istomin
Label: Zig Zag territoire
Vertrieb: Harmonia Mundi
http://www.harmoniamundi.com/







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