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For Brother Thompson (Real Audio, 2'00")
From The River To The Ocean (Real Audio, 2'00")
Sakti Shiva (Real Audio, 2'00")Die ersten beiden Stücke des Albums überraschen, da man von dem Saxophon- und Schlagzeuggespann Anderson und Drake keinen konventionellen Jazz erwartet. Denn die Latte der musikalischen Erwartung hängt hoch, spätestens seit ihrem letztem Album „Back Together Again“ (s. Arte-Cd-Tipps 10.06.04), auf dem jeder einzelne Track eine fesselnde Spannung auszeichnet, allein weil die Stücke nur im Duett eingespielt wurden. Auf ihrer aktuellen Veröffentlichung ist es vor allem der Titel „Strut Time“, der sich im vertrauten Bluesschema bewegt, einzig das Cellospiel von Harrison Bankhead sticht dabei heraus. Doch sollte man die Lieder nicht einzeln beurteilen, denn in ihrer Gesamtheit fügen sie sich zu einem geschlossenen Albumkonzept zusammen.
Im Verlauf des Albums werden die Kompositionen freier, die Musiker erhalten mehr Raum für Paraphrasierungen und Stück für Stück fließen afrikanische und arabische Elemente in ihr Spiel ein. Das Quintett macht sich auf eine Reise in die transzendentalen Jazz-Gefilden eines John Coltrane, Don Cherry und Malachi Thompson, letzterem ist das Stück „For Brother Thompson“ gewidmet. So tauscht der Percussionvirtuose Drake sein Schlagzeugset gegen eine einfache afrikanische Trommel ein, singt auf arabisch und der Bassist Josh Abrams spielt die traditionelle Guimbri, eine dreiseitige Basslaute aus Marokko. Voller Harmonie treten die verschiedenen musikethnologischen Elemente in einen gegenseitig inspirierenden Dialog und bereichern die Jazzfragmente ungemein.
„From The River To The Ocean“ ist kein rückwärtsgewandtes Jazz-Album, das sich allein auf die Suche nach den Wurzeln macht. Im Gegenteil, es zeigt die Reichhaltigkeit des Jazz auf und sein musikalisches Potenzial, das noch immer in ihm schlummert.
Buch
Ashley Kahn
„Impulse! Das Label, das Coltrane erschuf“
Rogner & Bernhard
Der Jazzjournalist Ashley Kahn hat sich in den letzten Jahren mit seinen monografischen Studien zu dem Miles Davis Album „Kind Of Blue“ und John Coltranes „A Love Supreme“ international profiliert. Akribisch listet er darin äußerst aufschlussreich und fundiert die Entstehung zweier der epochalsten Jazzalben auf. Nun widmet er sein aktuelles Buch einem ganzem Label und zwar einem der einflussreichsten des Jazz: impulse! Das Label mit dem umgekehrten Ausrufezeichen als Anfangsbuchstabe war über Jahre hinweg in Design, Sound und Auswahl der Musiker der Konkurrenz weit voraus, weshalb es auch heute noch stabile Verkaufszahlen hat. Denn Impulse hat Coltrane die Möglichkeit gegeben, den Jazz in neue Sphären zu befördern, sie haben Exzentriker wie Sun Ra in ihr Programm aufgenommen oder Visionäre wie Yusef Lateef und Archie Shepp gefördert. Neben der unterhaltsamen Schilderung der spannenden Labelgeschichte ist es Kahns größter Verdienst, den Idealisten und Jazzfreunden von impulse! ein Denkmal zu setzen, deren Labelpolitik nicht einzig auf Profit ausgerichtet war, sondern einzig der Musik galt. Absolut lesenswert!
Matthias Schneider







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