
Zum Anhören:
Leap Forward
Losel Drolma
Louisiana StrutDer Saxophonist Fred Anderson und der Schlagzeuger Hamid Drake müssen wesensverwandt sein, wie sonst lässt sich ihr faszinierendes Zusammenspiel erklären? Dass dies an ihrem gemeinsamen Geburtsort Monroe liegt, ist unwahrscheinlich, denn sie sind sich erstmals in Chicago begegnet. Bei Beiden sprang damals sofort der Funken über und in den folgenden 30 Jahren haben sie nicht nur in unzähligen Besetzungen zusammen gejamt, sie sind auch zu unzertrennlichen Freunden geworden. Drake tourte schon in jungen Jahren mit Pharao Sanders, Don Cherry und Yusef Lateef. Der um Jahre ältere Anderson ist die graue Eminenz der Chicagoer Jazzszene, er spielte unter anderem mit Joseph Jarman und betreibt den Jazzclub Velvet Lounge. Über Jahre hinweg gärte in Anderson und Drake die Idee, als Duo ein Album einzuspielen und mit „Back Together Again“ ging dieser Traum nun endlich in Erfüllung. Für die Aufnahmen der ungewöhnlichen Besetzung konnten sie John McEntire begeistern, der für einen klaren und druckvollen Schlagzeugsound sorgte und das extrem facettenreiche Saxophonspiel kongenial einfing. Zweifelt man anfänglich an der musikalischen Umsetzung, so wird man schnell eines Besseren belehrt. Drakes Schlagzeugspiel ist einmalig. Mit Jazzbesen, Stöcken und Händen bearbeitet er seine Trommeln und entlockt ihnen voluminöse Rhythmen, dass man glaubt, ein ganzes Schlagorchester zu hören. Darauf aufbauend paraphrasiert Anderson seine Melodien und tritt in einen intensiven Dialog mit ihm. Auf „Back Together Again“ holen Anderson und Drake alles aus ihren Instrumenten heraus und verblüffen mit einer unglaublichen musikalischen Versiertheit. Letzte Zweifel, dass das Album nicht live eingespielt wurde, räumt die mitgelieferte Filmdokumentation mit aufschlussreichen Interviews aus dem Weg.
Matthias Schneider
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Fred Anderson & Hamid Drake
"Back Together Again”
Thrill Jockey / Rough Trade
www.thrilljockey.com







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