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14/01/05

Fritz Lang

Sonderedition


M – Eine Stadt sucht ihren Mörder – Metropolis – Das Testament des Dr. Mabuse

Externe Links

Synopsis

Drei Meisterwerke von Fritz Lang auf einer Sammeledition vereint – darunter die vom Bundesfilmarchiv, dem Münchner Filmmuseum und der Friedrich-Wilhelm-Nurnau-Stiftung aufwändig digital restaurierte und am 15.02.2001 auf den Berliner Filmfestspielen uraufgeführte Fassung von „Metropolis“, dem visionären expressionistischen Meisterwerk von Fritz Lang über die Stadt und den Mensch der Zukunft. 74 Jahre zuvor hatte der Film in Berlin schon einmal Premiere, war jedoch auf Druck der Paramount, die sich in die Ufa-Studios eingekauft hatte, umgeschrieben und zurechtgestutzt worden. „M- die Stadt sucht einen Mörder“ ist Fritz Langs letzter Film, bevor er Nazi-Deutschland über Frankreich in Richtung Amerika verlässt. In seiner grandiosen Kriminalgeschichte über einen Kindsmörder, der von Polizei und Unterwelt gesucht wird und sich dennoch auch des Mitleids des Regisseurs gewiss sein kann, manifestiert sich auch die Kritik am heraufziehenden Nationalsozialismus. „Das Testament des Dr. Mabuse“, Langs als Tonfilm gedrehte Fortsetzung seines Stummfilmklassikers „Dr. Mabuse, der Spieler“, trägt deutlich Züge des Nietzscheanischen Übermenschen im negativen Sinne, der auf den Trümmern des Staats die Welt des Verbrechens errichten will.

Das Bonusmaterial

Die Extras für „M – Die Stadt sucht einen Mörder“ fallen leider etwas dürftig aus – außer ein paar Fotos, Informationstafeln und einem verkürzten Porträt des perfektionistischen Regisseurs Fritz Lang kann der Interessierte leider nur wenig über die Hintergründe der Entstehung dieses Meisterwerks erfahren. Interessant sind jedoch die Gegenüberstellungen zwischen Architekturskizzen und fertigen Filmszenen, aus denen klar wird, wie akribisch Lang seine Filme vorbereitete und jedes auch noch so kleine Detail seiner Filme zu kontrollieren suchte.

Die Extra-DVD zu „Metropolis“ ist da das genaue Gegenteil. Die Dokumentation von Enno Patalas bettet den Film, der in den 20er Jahren mit 6 Millionen Reichsmark zum teuersten und zugleich erfolglosesten deutschen Film avancierte, ein in die Entstehungsgeschichte des expressionistischen Kinos. Die Nachkriegshyperinflation war es, die der deutschen Filmwirtschaft wegen günstiger Exportbedingungen zu ungeahnter Blüte verhalf. Über Malerei, Architektur, Theater hatte der Expressionismus nach dem Krieg auch das Kino erreicht. Doch „Metropolis“ markiert in seinem Mischung aus Trick-, Dokumentar- und Spielszenen bereits den Übergang zur Neuen Sachlichkeit. Ohne die Kunst der Filmrestauration wäre „Metropolis“ jedoch möglicherweise in den Filmarchiven verstaubt. Unter dem Leiter des Münchner Filmmuseums Enno Patalas und dank modernster digitaler Bearbeitungstechniken konnte jedoch in mühsamer Puzzlearbeit eine Fassung hergestellt werden, die der Originalkopie, die kurze Zeit nach ihrer Premiere eingezogen wurde, weitgehend entspricht. Die Dokumentation von Martin Koerber veranschaulicht sowohl das Handwerk des Filmrestaurateurs als auch den aufwändigen Prozess, der zur Restauration dieses Klassikers notwendig war.
Fotogalerien, Biographien und eine Stabliste ergänzen das Bonusmaterial.

Genauso aufschlussreich ist das Extraangebot auf „Dr Mabuse“. Hier kommt der exzentrische Monokelträger Lang in einem seltsam altmodisch wirkenden Gespräch mit dem Journalisten Erwin Leiser aus dem 1968 selbst zu Wort. Nicht nur über „Dr. Mabuse“ spricht Lang, sondern auch über viele andere seiner deutschen Produktionen. Die Ehrfurcht des Reporters vor dem Genie ist nachvollziehbar – künden doch seine präzisen Erläuterungen zu seinen Filmen von einer ungebrochenen Begeisterung und von seinem ungeheurem Erfahrungsschatz. Damals, so Lang, sei es unglaublich viel leichter gewesen, Filme zu drehen, denn alles, was man in Szene setzte, geschah zum ersten Mal. Einen Regenbogen künstlich herzustellen beispielsweise, war eine technische Herausforderung. Da aber Zeit und Geld noch keine Rolle spielten, konnten Lang, seine Kameraleute und Bühnenbildner in den Babelsberger Studios so lange daran herumgestalten, wie sie wollten. Neben Hintergrundinfos zur Geschichte des Films sowie Filmbiografien findet sich auf der DVD auch ein Kinotrailer des Remakes von 1962 sowie ein Vergleich zwischen Szenen aus diesem Film und dem Original von 1932. Dabei wird deutlich - das Genie Fritz Lang hat 30 Jahre früher nicht nur erzählerisch, sondern auch technisch den besseren Film gemacht.
Martin Rosefeldt
M – Eine Stadt sucht ihren Mörder (1931)
Metropolis (1926)
Das Testament des Dr. Mabuse (1932)
Regie: Fritz Lang
Drehbuch: Thea von Harbou
Sprache: Deutsch
Metropolis: Untertitel in Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch
M – Die Stadt sucht einen Mörder: Untertitel – Deutsch für Hörgeschädigte
Das Testament des Dr. Mabuse: Untertitel – Deutsch für Hörgeschädigte

Extras:
- „M“:
*Kurzporträt von Fritz Lang aus „Kino Kino“, Bayerischer Rundfunk
*Werkfotos, Architekturskizzen und Szenenfotos
*Historisches Werbematerial
- „Metropolis“:
*Audiokommentar von Enno Patalas (deutsch/englisch)

Extra-DVD:
*“Der Fall Metropolis“ (44-minütige Dokumentation von Enno Patalas (deutsch/englisch)
*Filmrestaurierung am Beispiel von „Metropolis“ (Dokumentation von Martin Koerber)
*Fotogalerien (Werkfotos, verschollene Szenen, Architekturskizzen, Kostümentwürfe, Plakate)
*Biographien zu 13 Stab- und Besetzungsmitgliedern
-„ Das Testament des Dr. Mabuse“
*Interview mit Fritz Lang
*Szenenvergleich 1932 und 1962 (Remake)
*Hintergrundinfos zur Filmgeschichte
*Biografien

Erstellt: 14-01-05
Letzte Änderung: 14-01-05