Synopsis: Die berühmte Aktrice Carole soll vom jungen Fotografen François ins rechte Bild gerückt werden. Sie fangen eine Affäre miteinander an, die abrupt endet, als Caroles Mann aus Hol-lywood zurückkehrt. Carole beginnt unter Wahnvorstellung zu leiden, wird in die Psychiatrie eingeliefert und begeht Selbstmord. François findet schließlich eine neue Liebe. Genau ein Jahr nach dem Suizid und kurz vor seiner Heirat erscheint ihm plötzlich die Verstorbene auf übersinnliche Weise.
Im Gespräch mit dem Hauptdarsteller Louis Garrel(Windows Media Video)
Kritik: Getragen wird das Liebesdrama von den beiden wunderbaren Hauptdarstellern, Laura Smet, der Tochter von Rock’n’Roller Johnny Hallyday, und Lois Garrel, dem Sohn des Regisseurs. Smet in der Rolle der einsamen Carole, die sich aus Einsamkeit an ihre Affäre klammert. Als die wegbricht, wird ihr der emotionale Boden unter den Füßen weggezogen.
Menschen in extremen psychischen Zuständen zeigt der Autorenfilmer Philippe Garrel seit den 60er Jahren. Unter anderem filmte er, wie sich Catherine Deneuve umbringt. Seitdem hat sich Garrel strikt an die Methoden der Nouvelle Vague gehalten: Er dreht chronologisch und schneidet gleich nebenbei, um so besser Szenen wiederholen und nachdrehen zu können.Auch „Frontière de l’aube“ ist Kunstfilm im altmodischen Sinn, in schwarz-weiß und ohne das Zutun digitaler Spezialeffekte – bei einem Drama mit Geistererscheinungen heutzutage rar. Sein Stil ist pur und experimentell im Sinne der 70er - mit statisch in Szene gesetzten Bil-dern mit dramatischen Geigen als Untermalung und lange scheinenden Momenten. Deren Dynamik wird allein dadurch erzeugt, indem sich die beiden unglücklich Liebenden nichts als anblicken.
Nur wirkt das alles ein wenig gekünstelt und man kann nicht wirklich mit den Akteuren mitfühlen. Sie bleiben seltsame erstarrt. Auch bleibt bei aller Rückwärtsgerichtetheit die Frage offen, wo der Bezug zur Gegenwart geblieben ist. Schließlich ist das Plot, der prima Verwendung in einem der erfolgreichen japanischen Horrorfilme der letzten Jahre, beziehungsweise in deren Remakes aus Hollywood, gefunden hätte. Enthält er doch alle dafür notwendigen Ingredienzen: Eine tragische Liebe, eine psychiatrische Anstalt mit Elektroschock-Therapie, der Selbstmord der weiblichen Hauptfigur und ihre Wiederkehr als übersinnliche Erscheinung, die den Ex-Liebhaber in den Wahnsinn treibt. Eine klassische Tragödie also, was nicht verkehrt ist. Aber eine doch sehr, sehr altmodisch daher kommende in der heutigen Welt des Films.Verena Dauerer







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Liebe ist stärker als der Tod. Aber nur die unglückliche greift aus dem Jenseits nach den Lebenden.
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