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Montag, 15.10.2007 um 20.40 - 17/10/07

Frühling, Sommer, Herbst, Winter... und Frühling

Ein alter Mönch teilt sein zurückgezogenes Leben mit seinem kleinen Schüler, einem naiven, unbedarften Kind. In einem Tempel inmitten eines Sees, umgeben von Bergen und Wäldern, von Stille und Einsamkeit, lehrt der Alte den Kleinen - und kann ihn doch nicht vor den Versuchungen der Welt bewahren.
Der Film ist zweiter Teil des Schwerpunkts "Die fünf Weltreligionen".

99 Min.
Spielfilm, SÜDKOREA / Deutschland 2003, ARTE F / ARD,
Synchronfassung
Regie: Kim Ki-Duk; Kamera: Baek Dong-Hyeon; Schnitt: Kim Ki-Duk; Musik: Park Ji-Woong; Produzent: Karl Baumgartner, Lee Seung-Jae; Produktion: Korea Pictures, LJ Film, Pandora
Filmproduktion, Cineclick Asia
Mit: Oh Yeong-Su - (Alter Mönch), Kim Ki-Duk - (Erwachsener Mönch), Kim Young-Min - (Junger erwachsener Mönch), Seo Jae-Kyeong - (Junger Mönch), Ha Yeo-Jin - (Mädchen), Kim Jong-Ho - (Mönch als
Kind), Kim Jung-Young - (Mutter des Mädchens)

Der See Jusan in der Einsamkeit Südkoreas: Umgeben von unberührter Natur lebt ein alter buddhistischer Mönch mit seinem kleinen Schüler auf einem schwimmenden Tempel. Die erste Lektion, die der Kleine zu lernen hat, ist die der Nächstenliebe im tiefsten Sinne: Als sein Meister ihn dabei beobachtet, wie er kleine Tiere quält, muss der Junge erfahren, dass das Leid, das er anderen Lebewesen zufügt, zu seinem eigenen wird. Im Sommer seines Lebens erliegt der junge Novize der Schönheit eines Mädchens und verlässt seinen Meister, um der Leidenschaft zu folgen. Als erwachsener Mann kehrt er schließlich zurück: Enttäuscht, verbittert und von Eifersucht und Hass getrieben. Der Winter seines Lebens wird zur Zeit der Erlösung und Reinigung, in der das Alter der Jugend weicht. Mit den ersten Frühlingsknospen erfährt der erwachsen gewordene Schüler Läuterung - und tritt selbst in die Fußstapfen seines alten Meisters.

Zusatzinfo

"Frühling, Sommer, Herbst, Winter...und Frühling" ist ein stiller Film über die universellen spirituellen Gesetze, die das menschliche Leben tragen, welches von Liebe, Leidenschaft, Sehnsucht, Wut und Gewalt geprägt ist. Der Film berührt das Herz buddhistischer Weisheit, die sich in einer grandiosen Naturkulisse ohne große Worte mitteilt. Immer wieder steht dabei der Weisheit eines alten Meisters die Unbändigkeit seines Schülers gegenüber, der seinen Gefühlen, Begierden und Sehnsüchten folgt und vom Leben selbst geschliffen wird, bis er als reifer Mann den Weg zu seiner Religion zurückfindet.
Den südkoreanischen Regisseur und Autor des Films, Kim Ki-Duk, interessieren vor allem die Abgründe der menschlichen Seele: "Die wahre Schönheit ist nicht der Frieden oder die totale Stille. Die Konfrontationen zwischen den Menschen, das ist das wahre Leben, und es ist schön."
Lange Zeit auf internationaler Ebene ignoriert, floriert das südkoreanische Kino seit den 90er Jahren und erobert westliche Kritikergemeinde und Publikum im Sturm. Das neue südkoreanische Kino lässt an vielfach preisgekrönte Filme wie "Oasis" (2002) von Lee Chang-Dong oder "Memories of a Murder" (2003) von Bong Joon-Ho denken - und an Kim Ki-Duk, der eigentlich Maler werden wollte und das Filmemachen im Alter von 30 Jahren mit seinem ersten Film "Crocodile" (1996) für sich entdeckt. Heute zählt er zu den talentiertesten Regisseuren der neuen Generation des koreanischen Kinos. Trotz internationaler Erfolge hat es Kim Ki-Duk in seiner Heimat lange Zeit schwer, nicht zuletzt aufgrund seines kritischen Umgangs mit der koreanischen Geschichte in seinen Filmen, wie zum Beispiel in "Real Fiction" (2000), in dem Kim Ki-Duks rebellische Hauptfigur sich gegen gesellschaftliche Autoritäten auflehnt.
In seinen Filmen besetzt Kim Ki-Duk normalerweise ausschließlich unbekannte Schauspieler; nicht so in "Frühling, Sommer, Herbst, Winter...und Frühling": Der alte Mönch wird mit eindrucksvollem Gleichmut von Oh Yeong-Su gespielt, einem berühmten koreanischen Theaterschauspieler, der den Zuschauern aus dem Spielfilm "Kleiner Mönch" (2002) bekannt ist. Absolute Premiere ist das Schauspieldebüt von Kim Ki-Duk selbst: Während der Cineast normalerweise stets hinter der Kamera verborgen bleibt, übernimmt er in "Frühling, Sommer, Herbst, Winter...und Frühling" die Rolle des erwachsenen Mönchs. Der Film wurde 2003 neben vielen anderen Auszeichnungen beim Internationalen Filmfestival von San Sebastián mit dem Publikumspreis und beim Internationalen Filmfestival von Locarno mit insgesamt vier Preisen gewürdigt. "Frühling, Sommer, Herbst, Winter...und Frühling" ist zweiter Teil eines achtteiligen Schwerpunkts, der ARTE den Weltreligionen widmet.

Die Programmierung in der Übersicht:

(1): "Kadosh", Spielfilm, am Donnerstag, den 11. Oktober um 20.40 Uhr
(2): "Frühling, Sommer, Herbst, Winter... und Frühling", Spielfilm, am Montag, den 15. Oktober um 20.40 Uhr
(3): "Der innere Weg", Kurzspielfilm, am Dienstag, den 16. Oktober um 00.45 Uhr, Original mit deutschen Untertiteln, Erstausstrahlung
(4): "KurzSchluss - Spezial Religion", am Mittwoch, den 17. Oktober um 1.00 Uhr
(5): "Jesus von Montreal", Spielfilm, am Donnerstag, den 18. Oktober um 20.40 Uhr
(6): "Die Große Reise", Spielfilm, am Montag, den 22. Oktober um 20.40 Uhr
(7): "Simon in der Wüste", Kurzspielfilm von Luis Buñuel, am Dienstag, den 23. Oktober um 1.40 Uhr
(8): Einer der Spielfilm-Beiträge war zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses noch nicht bestätigt (Programm nach Ansage).
Titel- und Programmänderungen vorbehalten

Erstellt: 10-10-07
Letzte Änderung: 17-10-07