Themenabend am Dienstag, 22. Juni 2004, ab 20.45 Uhr - 18/06/04
Für eine Handvoll Euros
Arbeitsmigranten in der EU
In den Ländern der EU regeln verschärfte Gesetze die Zuwanderung unqualifizierter Arbeitskräfte. Trotzdem sind alljährlich zu den Erntezeiten neue Generationen von Landarbeitern bereit, noch schlechtere Arbeitsbedingungen und noch niedrigere Löhne zu akzeptieren.
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Auf die Saisonarbeiter angewiesen ist vor allem die moderne, intensive Landwirtschaft, die sich unter dem Druck des Obst- und Gemüsegroßhandels und seiner immensen Marktmacht genötigt sieht, möglichst billig und bedarfsgerecht zu produzieren. In jüngster Zeit kommen sie hauptsächlich aus Osteuropa: aus Rumänien, Moldawien, Russland, der Ukraine und nach wie vor ungebremst aus dem neuen EU-Mitgliedsland Polen. Auf der Suche nach einem besseren Leben durchwandern sie West-Europa und stoßen nur auf Ausbeutung und Angst.
Für die Iberische Halbinsel werden mittlerweile sogar billigste Arbeitskräfte charterweise aus Lateinamerika eingeflogen. Besonders Ecuadorianer sind sehr gefragt. Sie verdrängen die nordafrikanischen Arbeitsmigranten und sind auf Grund von Sprache und Kultur einfacher auszubeuten. Die rassistischen Ausschreitungen gegen marokkanische Landarbeiter in Andalusien im Jahr 2000 haben das Elend der Arbeitsbedingungen schlagartig ans Licht der Öffentlichkeit gebracht, doch der Sympathienschub für die Nordafrikaner im Land blieb aus.
Der Themenabend blickt in der Dokumentation "Europas neue Sklaven" nach Spanien, das sich vom Auswanderungsland zum Einwanderungsland gewandelt hat.
Auch in der Obstanbauregion am Bodensee oder in der belgischen Hauptstadt Brüssel akzeptieren ausländische Arbeiter indiskutable Billiglöhne. Ulrike Baur stellt in ihrer Dokumentation einige solcher moderner "Jobnomaden" vor.
Am Ende des Abends nimmt EU-Erweiterungskommissar Günther Verheugen zum Problem der illegalen Arbeitsmigration Stellung. Wie kann man die negativen Auswirkungen einer globalisierten Weltwirtschaft auf den Arbeitsmarkt mildern?
Der Themenabend wird am Mittwoch, 23. Juni 2004, ab 15.15 Uhr wiederholt.
Erstellt: 18-06-04
Letzte Änderung: 18-06-04