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Mit zwei Dokumentationen erinnert ARTE an den Völkermord in Ruanda, bei der 800 000 Menschen ums Leben kamen.

> Gacaca - Tätige Buße in Ruanda

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Mit zwei Dokumentationen erinnert ARTE an den Völkermord in Ruanda, bei der 800 000 Menschen ums Leben kamen.

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Der 15. Jahrestag des Völkermordes in Ruanda - 02/04/09

Gacaca - Tätige Buße nach dem Völkermord in Ruanda

In Ruanda fielen 1994 annähernd eine Million Menschen einem grausamen Völkermord zum Opfer. Der Dokumentarfilm berichtet über ein Justizverfahren, das die zerstrittenen Parteien versöhnen soll. Sie begleitet Opfer und Täter vor und nach sogenannten Gacaca-Verfahren, bei denen sich beide Parteien Auge in Auge gegenüberstehen. Täter, die ein wahrheitsgetreues Geständnis ablegen, tätige Reue zeigen und sich bei den Angehörigen der Opfer entschuldigen, können mit erheblicher Strafmilderung rechnen.

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Dienstag, 7. April 2009 um 11.10 Uhr


In Ruanda fielen 1994 annähernd eine Million Menschen einem grausamen Völkermord zum Opfer. Inzwischen kehrt der Alltag zurück, doch die psychischen Narben, die dieser Völkermord hinterlassen hat, sind noch nicht verheilt. Täter und Opfer leben Tür an Tür. Sie haben die gleiche Kultur, sprechen die gleiche Sprache, stehen vor den gleichen wirtschaftlichen und sozialen Problemen. Damit die Täter nicht straflos bleiben, hat die Übergangsregierung die Einrichtung einer besonderen Gerichtsbarkeit beschlossen. Die Gacaca-Gerichte sollen möglichst vielen Personen, die des Verbrechens gegen die Menschlichkeit oder des Völkermords beschuldigt werden, den Prozess machen.
Wer seine Taten eingesteht, kann mit Strafmilderung rechnen. Doch die Gerichte erkennen die Geständnisse nur an, wenn sie ehrlich und wahrheitsgetreu sind, der Täter Reue und Buße zeigt und sich bei den Angehörigen der Opfer entschuldigt. Elf Jahre nach dem Völkermord beobachtet der Dokumentarfilm die Wirkung dieser Initiative am Beispiel betroffener Personen.
Obede ist angeklagt, Kinder ermordet zu haben. Er bittet die Angehörigen der getöteten Kinder um Verzeihung, doch seine Entschuldigung ist nur eine zynische Strategie, um freizukommen. Auch Gahutu empfindet "keinerlei Reue" für seine Taten. Nur François, der gezwungen wurde, seinen Bruder zu töten, um zu überleben, bemüht sich um Versöhnung.
Anhand der Geschichten dieser drei Männer entsteht das Bild einer Gesellschaft, die einen Feldzug gegen die noch immer herrschende Ideologie der sogenannten ethnischen Reinheit führt. Der Dokumentarfilm stellt die universellen Fragen nach Schuld und Sühne: Kann die Bitte um Vergebung zur Versöhnung zwischen Täter und Opfer führen? Kann die Justiz den überlebenden Opfern ihre Würde zurückgeben? Kann ein Mensch, der andere Menschen getötet hat, den Weg zurück in die menschliche Gesellschaft finden, wenn er seine Taten gesteht, Buße tut und um Vergebung bittet?

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Gacaca - Tätige Buße nach dem Völkermord in Ruanda
Ein Film von Bernard Bellefroid
(Belgien, 2005, 49 mn)
ARTE / RTBF

Gacaca - Tätige Buße nach dem Völkermord in Ruanda
Mittwoch 15. April 2009 um 05.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Belgien, 2005, 49mn)
ARTE / RTBF

Erstellt: 24-03-09
Letzte Änderung: 02-04-09