Sie bittet ihn, mit ihr eine Scheinehe einzugehen: Durch eine Heirat mit Cahit würden ihre Eltern sie freigeben. Auf das Drängen der lebenshungrigen 20-Jährigen willigt Cahit schließlich ein. Das junge "Paar" heiratet und zieht zusammen, und Sibel genießt ihre neu gewonnene Freiheit in vollen Zügen - mit Partys, Drogen und One-Night-Stands. Als Sibel jedoch einer ihrer Ex-Liebhaber nachstellt und Cahit aufs Äußerste provoziert, droht die Ehe des ungleichen Paares zu zerbrechen und die Wege der beiden beginnen, sich zu trennen.
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Mit seinem Film spricht Fatih Akin ein essenzielles Problem an: die Diskrepanz zwischen der traditionsbewussten Haltung türkischer Familien und dem Wunsch nach Selbstbestimmung ihrer Töchter der zweiten und dritten Generation, die in Deutschland aufgewachsen sind. Schonungslos erzählt Akin von der inneren Zerrissenheit und dem Absturz der jungen Sibel, die sich - erst von ihrem Lebenshunger, dann von ihrer verzweifelten Liebe zu Cahit getrieben - immer tiefer in innere Kämpfe und Probleme verstrickt. Letztendlich siegt die Tradition, die Normalität, der Realitätssinn der jungen Frau: Sie fügt sich in die klassische Rolle der Ehefrau und Mutter - ein Leben, gegen das sie sich zunächst so aufgelehnt hat. Wie unter Strom treibt sich die Handlung selbst voran, differenziert werden die komplexen Persönlichkeiten beschrieben.
Der 1973 in Hamburg geborene Regisseur Fatih Akin absolviert ein Filmstudium an der Hochschule für bildende Künste in seiner Heimatstadt, arbeitet seit 1993 mit der "Wüste Filmproduktion" als Autor, Regisseur und Schauspieler zusammen und inszeniert 1995 und 1996 seine Kurzfilme "Sensin - Du bist es!" und "Getürkt". 1998 dreht Fatih Akin den erfolgreichen Kinofilm "Kurz und schmerzlos", der ihm 2000 den Adolf-Grimme-Preis und den Bayerischen Filmpreis für die beste Regie einbringt. Nach einigen weiteren erfolgreichen Filmprojekten wie "Im Juli" (2000) und "Solino" (2002) und Auftritten als Schauspieler schlägt sein Drama "Gegen die Wand" alle bisherigen Rekorde: Das Werk wird mit nationalen und internationalen Preisen überschüttet. 2004 gewinnt "Gegen die Wand" den Goldenen Bären der Berliner Filmfestspiele und den Europäischen Filmpreis. Auch die Hauptdarsteller des Films, Birol Ünel und Sibel Kekilli, werden mehrfach für ihre schauspielerische Leistung ausgezeichnet.







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