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Berlinale 2010

Live-Berichterstattung von der 61. Berlinale vom 10. bis zum 20. Februar 2011.

Berlinale 2010

Montag, 15. Februar um 22.35 Uhr - 08/02/10

Gegenschuss - Aufbruch der Filmemacher

Dokumentation von Dominik Wessely


Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog, Wim Wenders - drei Regisseure, deren Namen für den Aufbruch des westdeutschen Kinos aus der jahrzehntelangen Bedeutungslosigkeit der Nachkriegszeit stehen. Zum ersten Mal seit der goldenen Ära des Expressionismus in den 20er Jahren gibt es wieder deutsche Filmemacher, deren Arbeiten international Beachtung und Anerkennung finden. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte eines ungewöhnlichen Autorenkollektivs - von den ersten Anfängen in München Mitte der 60er Jahre über die Welterfolge von Cannes bis zum Auseinanderbrechen der Gruppe im Jahr 1977.

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Aufbruch der Filmemacher
BR/ARTE , Deutschland 2009, 120 Min.
Dokumentation von Dominik Wessely
Mit Filmen wie „Angst essen Seele auf“, „Jeder für sich und Gott gegen alle“ oder „Im Lauf der Zeit“ beginnt ab 1970 eine Blütezeit des deutschen Films, die weltweit Aufsehen erregt. Maßgeblich mit verantwortlich für diesen Aufbruch ist der Filmverlag der Autoren – eine Produktions- und Verleihgenossenschaft, die im April 1971 von 13 Filmemachern in München gegründet wird. Zu den ersten Mitgliedern zählen neben Wim Wenders unter anderem Uwe Brandner, Michael Fengler, Hans Noever, Peter Lilienthal, Thomas Schamoni und Laurens Straub.

Ab 1971 produziert und verleiht der Filmverlag der Autoren die Filme seiner Mitglieder sowie die anderer unabhängiger Filmemacher wie Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog, Alexander Kluge, Helma Sanders-Brahms und Werner Schroeter. Innerhalb weniger Jahre wird aus dem Filmverlag die wichtigste Plattform einer ganzen Generation von deutschen Filmemachern. Heute ist klar: Ohne den Filmverlag der Autoren kann die Geschichte des neuen deutschen Films nicht geschrieben werden.



„Aufbruch der Filmemacher“ ist mehr als nur eine filmhistorische Dokumentation: Es ist das Porträt einer Künstlergemeinschaft, ein Generationenporträt. Der Dokumentarfilm stellt die wichtigsten Protagonisten des deutschen Filmwunders der 70er Jahre vor und fragt nach den gesellschaftspolitischen Hintergründen dieser einzigartigen Erfolgsgeschichte: Denn der Kampf einer kleinen Gruppe junger, unabhängiger Autorenfilmer für selbst bestimmte Arbeitsbedingungen, gegen die Fremdbestimmung durch eine kapitalstarke Altproduzentenbranche – das ist auch der Konflikt zwischen der ersten deutschen Nachkriegsgeneration und ihren Vätern, die das Handwerk noch in der Filmindustrie des Dritten Reiches erlernt haben.

Interviews, Filmausschnitte und seltene, teilweise noch unveröffentlichte Archivaufnahmen verweben die Filmemacher Laurens Straub und Dominik Wessely zu Geschichte über Aufstieg und Fall, die über alle Ingredienzien einer großen Kinoerzählung verfügt: Freundschaft, Erfolg, Eifersucht, Zerstörung, Tod.

Erstellt: 08-02-10
Letzte Änderung: 08-02-10