Gerhard Horstmeier erinnert sich: "Die standen meistens nur rum und haben darauf geachtet, dass ich bloß nicht mit irgendwelchen Leuten redete, Interviews machte, die ich nicht angemeldet hatte, das habe ich natürlich dann doch gemacht, und dann haben sie meistens auch nicht eingegriffen." Gefragt hat er viele aus der Kirche, denn hier traf sich die DDR-Opposition, hier wurde frei geredet. Und so erfuhren sowohl die Bürgerbewegten als auch die DDR-Führung aus der Abendschau, was wirklich in Ostberlin los ist.
Eine DDR-Lampe erinnert heute noch an den Grenzübergang Heinrich-Heine-Straße - nicht immer konnte der Westjournalist hier auch nach Ostberlin einreisen: „Wenn irgendwelche problematischen Themen angesagt waren, wurde ich nicht reingelassen, dann habe ich dafür gesorgt, das war gar nicht so einfach, dass wir immer in der Abendschau, im Sender gemeldet haben. Auch im Radio, wenn ich nicht reingelassen wurde, damit auch alle wussten, aha, schon wieder ist irgendwas passiert. "
Nur im Internet: Ausführliches Interview mit Gerhard Horstmeier
Auch nicht alle in Ostberlin waren mit Gerhard Horstmeiers Berichten zum Beispiel über die Republikflüchtlinge einverstanden: „Da kam die ganze Wut auf uns zu, wir sollten verantwortlich sein, in den Augen der SED-Mitglieder, dafür dass die jungen Leute die DDR verließen. Wir haben eigentlich nichts anderes getan, als versucht zu berichten, was los war. Aber die eigentlichen Initiatoren waren doch nicht wir." Er war immer dabei, auch im damaligen Internationalen Pressezentrum, als Günther Schabowski die Reisefreiheit verkündete.
„Von dem Moment war ein unglaubliches Chaos in dem Raum", erzählt Horstmeier, "alle rasten irgendwohin, jeder versuchte so schnell wie möglich daraus irgendeine Konsequenz zu ziehen. Telefonieren, mit den Kameras losfahren in die Redaktion." Die Mauer ging noch an diesem Abend auf - auch am Brandenburger Tor, davon hatte der Journalist aus dem geteilten Berlin immer geträumt.







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