Die Tochter eines Rittmeisters wurde von ihrer Großmutter in Paris aufgezogen, wo sie die schönen Künste studierte und sich dabei insbesondere der Musik und der Oper widmete. Im Jahr 1905 heiratete sie den Ingenieur und Romanautor Marie-Louis Albert-Dulac und wandte sich unter seinem Einfluss dem Journalismus zu. Als eine der führenden radikalen Feministinnen ihrer Zeit war sie Redakteurin der La Française, des Organs der französischen Suffragetten-Bewegung. Gleichzeitig war sie Theater- und Filmkritikerin dieser Publikation und der Film als Kunstform faszinierte sie mit der Zeit immer mehr. 1915 gründete sie mit ihrem Ehemann eine kleine Produktionsfirma, Delia Film, und begann als Regisseurin mit geringem Budget sehr erfindungsreiche Filme zu drehen. Historisch gesehen war sie die zweite Regisseurin im französischen Film nach Alice Guy, einer Zeitgenossin von Méliès.Mit „Das spanische Fest“ (La Fête Espagnole, 1919) und ihrem Meisterwerk „Die lächelnde Madame Beudet“ (La Souriante Madame Beudet, 1923) wurde Dulac zu einer der führenden Vertreterinnen des Impressionismus im französischen Film.
Ende der 20er Jahre spielte sie mit dem surrealistischen Film „Die Muschel und der Kleriker“ (La Coquille et le Clergyman, 1927) und einer Reihe weiterer Experimentalfilme eine wichtige Rolle in der „zweiten Avantgarde“ des französischen Films. In diesen Filmen ebenso wie in ihren theoretischen Schriften, war ihr Ideal der „reine“ Film, frei von jeglichen Einflüssen aus Literatur, Bühne oder anderen bildenden Künsten. Sie sprach von „musikalisch konstruierten“ Filmen oder „nach den Regeln visueller Musik gedrehten Filmen“.
Dulac trug außerdem maßgeblich zur Entstehung der Filmclubs bei, die sich Mitte der 20er Jahre in Frankreich ausbreiteten. Der Tonfilm setzte ihren Experimenten und ihrer Karriere als Regisseurin ein Ende. Von 1930 bis zu ihrem Tod leitete sie die Produktion der Wochenschau bei Pathé, später bei Gaumont.- Filmografie
1920 - Malencontre1920 - La Belle Dame sans Merci
1921 - La Mort du soleil
1922 - Werther (inachevé)
1923 - La Souriante Mme Beudet (1923)
1923 - Gossette (1923)
1924 - Le Diable dans la Ville
1925 - Âme d’Artiste
1925 - La Folie des Vaillants
1926 - Antoinette Sabrier
1927 - L’Invitation au Voyage
1927 - La Coquille et le clergyman
1928 La Princesse Mandane ou L’oublié
1928 - La Germination d’un haricot
1929 - Disque 957
1929 - Étude cinégraphique sur une arabesque
1929 - Thème et Variation






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