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Blue Seven (Real Audio, 5'08'')
Conference Call (Real Audio, 16'41'')
Oasis of Whispers (Real Audio, 6'52'')Stellt sich die Frage, warum haben sie „Oasis of Whispers“ ausgewählt? Zum einen findet sich ein Stück des gleichen Titels auf der CD. Es ist ein ebensolcher Sonderfall im Werk des Trios, da es von sphärischen Klängen geprägt und mehr Klanglandschaft, als Melodieabfolge ist. Während Hall, Ranaldo und Hooker in ihren zahlreichen Freejazzausflügen wahre Noise-Eskapaden vollführen, faszinieren sie bei dem Stück „Oasis of Whispers“ durch eine elegisch anmutende Soundcollage.
Zum anderen symbolisiert „Oasis of Whispers“ einen Ruhepol, das Auge des Sturms, um das die drei Musiker ein kakophonisches Klanggewitter toben lassen. Glen Hall und William Hooker spielen seit Jahren in unterschiedlichen Hard Bop und Free Jazz Bands. Lee Ranaldo entstammt dagegen aus der Noiserock-Szene und ist festes Mitglied von Sonic Youth. Wie seine Rockbandkollegen liebäugelt er mit dem Freejazz, aufgrund der größeren musikalischen Freiheit.
Und so versteift sich Ranaldo in dem Freejazz-Projekt nicht auf sein eigentliches Instrument, die Gitarre. Stattdessen experimentiert er bevorzugt mit diversen Audiosamples und begnügt sich mit einer eher marginalen Rolle, die dennoch nicht unerheblich ist. Denn seine Einspieler sind das Bindeglied zwischen den expressiven Schlagzeug- und Saxophonausbrüchen seiner Mitmusiker. Zudem verorten die Samples die Improvisationen in einem urbanen Kontext, da sie oftmals aus Gesprächsfetzen und Straßenlärm bestehen.
Hall, Ranaldo und Hooker spielen einen hochenergetischen Freejazz. Ihre spontane Interaktion ist sowohl von einer spielerischen Leichtigkeit als auch von einer reichhaltigen musikalischen Komplexität geprägt. Es gibt also nichts Erstaunlichliches an der Tatsache, dass sie momentan zu den interessantesten und spannendsten Live-Acts des Freejazz gehören.
Matthias Schneider







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