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Die Juden - Geschichte eines Volkes

Von der Antike bis zur Gegenwart: Auf den Spuren historischer Figuren, die Zeugen wichtiger Ereignisse der jüdischen Geschichte waren

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Die Juden - Geschichte eines Volkes

Von der Antike bis zur Gegenwart: Auf den Spuren historischer Figuren, die Zeugen wichtiger Ereignisse der jüdischen Geschichte waren

Die Juden - Geschichte eines Volkes

Im Focus: Jüdisches Leben - Jüdische Geschichte - 05/10/11

Glossar

Weitere Artikel zum Thema

Chanukka:
Achttägiges Lichtfest zur Erinnerung an die Neueinwei hung des Tempels, der unter Judas Makkabäus zurückerobert wurde. Bei der Eroberung war nur noch ein unversehrter Krug Öl gefunden worden, der das Siegel des Hohenpriesters trug. Das Öl, das lediglich einer Tagesration entsprach, reichte aber acht Tage, um die Lichter brennen zu lassen. Zur Erinnerung an dieses Wunder wird acht Tage lang an dem neunarmigen Chanukkaleuchter täglich ein weiteres Licht angezündet. Das neunte Licht dient zum Anzünden der anderen.

Chassidismus:
Religiös-mystische Bewegung, die Mitte des 18. Jahrhunderts in der Ukraine entstand und dort sowie in Polen und Rumänien zur herrschenden Form jüdischer Frömmigkeit wurde. Ihr Begründer war Is rael ben Elieser, „Baal Sehern Tow" genannt (1760 gestorben). Die Grundi dee des Chassidismus ist eine Popularisierung der Lehren der Kabbala; er fordert hingebungsvollen Glauben und „ethischen Wandel, verbunden mit der Aufhebung des religiösen Wertunterschiedes zwischen rab binischen Funktionen , Gelehrten und dem einfachen Volk: der Fromme (Chassid) jeden Standes kann kraft aufrichtiger Gläubigkeit die Stufe eines Gerechten (Zaddik) erreichen: an diese (d.h. an die Zaddiks) wird die religiös-sittliche Führung der Gemeinschaft übergeben; ihre Würde ist erblich." (aus: John F. Oppenheimer (Hrsg.), Lexikon des Judentums, Berlin 1971)

Hohe Feiertage:

Rosch ha-Schana (Jahresanfang) und Jom Kippur (Versöhnungstag): Das jüdische Neujahrsfest im Herbst ist einer der höchsten jüdischen Feiertage. Es ist der Tag des himmlischen Gerichts und der Erinnerung Gottes an die guten und schlechten Taten der Menschen im Vorjahr. Als Aufforderung zum Erwachen, zur Buße und zur Umkehr wird der Schofar geblasen. Mit Rosch ha-Schana beginnen zehn Tage der Buße, die in Jom Kippur am zehnten Tag ihren Höhepunkt finden.
Jom Kippur ist der Tag des jährlichen Sühneopfers und der „Kasteiung der Seelen", um das Volk von den Sünden gegen Gott zu reinigen. An diesem strengen Fast- und Bußtag darf ein Jude 24 Stunden weder essen noch trinken, und er soll ununterbrochen im Gebet verharren.

An beiden Feiertagen wird heutzutage ein sehr ausgedehnter Gottesdienst abgehalten, der an Rosch ha-Schana bis über die Mittagsstunde hinaus, am Jom Kippur den ganzen Tag bis zum Eintritt der Nacht andauert.

Kabbala:
Seit dem 13. Jahrhundert gebräuchliche Bezeichnung für die jüdische Mystik. Ihre Vertreter betrachten die Kabbala „neben der Exegese des Midrasch und der Religionsphilosophie als dritte und tiefste Deutung der Bibel und Umschreibung der Inhalte jüdischer Theologie überhaupt. Wo die Bibel ausgesprochen mystisch ist, wie z. B. in Ezechiels Vision vom göttlichen Thronwagen (Maasse Merkawa), oder mystischen Betrachtungen natürlichen Raum gewährt, wie z.B. in der Weltschöpfung (Maasse Bereschit), setzt die Kabbala an, um darüber hinaus (mit Hilfe der Buchstabendeutung und Zahlenmystik) in jedem Satz und Zeichen der Bibel einen verborgenen Sinn aufzuspüren. Hauptthema bleibt jedoch, was vor der Schöpfung war und was über dem sichtbaren Himmel ist." (aus: John F. Oppenheimer (Hrsg.), Lexikon des Judentums, Berlin 1971)

Kantor:
Moderne Bezeichnung für den Vorbeter oder Vorsänger in der Synagoge. Er leitet das Gemeindegebet und trägt den Wochenabschnitt aus der Tora vor, der in einer bestimmten Kantilation zu singen ist. Der Beruf entwickelte sich aus dem ursprünglich unbeamteten und unbesoldeten Vorsprecher der Liturgie. Viele Vorbeter arbeiten auch als Religionslehrer.

Koscher:
Der Ritualvorschrift genügend, rituell rein. Der Begiff bezieht sich auf die vorschriftsmäßige Herstellung und Unverletztheit von Torarollen (für das Pergament darf nur Haut von Tieren verwendet werden, die koscher sind) und vor allem auf die jüdischen Speisegesetze. Vgl. auch die Rubrik "Nicht ganz koscher?"

Pessach:
Im Frühjahr gefeiertes Fest zur Erinnerung an die Befreiung des Volkes Israel aus Ägypten.

Purim:
Freudenfest zur Erinnerung an die Rettung der persischen Juden vor der Verfolgung des Statthalters Haman. Wegen der Maskeraden, die seit dem Mittelalter als Teil des Purimbrauchs überliefert sind, wird Purim oft als „jüdische Fastnacht" bezeichnet. Das Fest fällt in die Monate Februar/ März.

Rabbiner:
ursprünglich der anerkannte Schriftgelehrte einer jüdischen Gemeinde, der in religionsgesetzlichen Fragen zu entscheiden hat. Der Schwerpunkt rabbinischer Tätigkeit liegt heute auf der Predigt, Vornahme von Trauungen, Beerdigungen, Scheidungen, Erteilung und Überwachung des Religionsunterrichts, Begutachtung religionsgesetzlicher Fragen, Mitarbeit im Wohlfahrtswesen, der Seelsorge, der Jugendarbeit und -bildung, sowie der Repräsentation gegenüber der Umwelt.

Sabbat:
Der Sabbat, „der siebte Tag der Woche und der Schöpfung", ist der „Ruhetag zur Erinnerung an das Ruhen Gottes nach der Erschaffung der Welt (Ex 20,11) und an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten (Dtn 5,12-5). Er beginnt Freitagabend nach Einbruch der Dunkelheit und endet Samstagabend bei Dunkelheit (bzw. bei Erscheinen von drei Sternen). Traditionell gilt der Sabbat als Tag der Ruhe, des Studiums, der Freude und des Friedens. Besonderes Kennzeichen des Sabbats ist das Arbeitsverbot. Es dient dazu, die Heiligkeit des Sabbats zu bewahren" (aus: Julius H. Schoeps (Hrsg.), Neues Lexikon des Judentums, München 1992). So wird beispielsweise auch das Essen für den Sabbat bereits am Freitag vorbereitet.

Am Freitagabend, bei Eintritt der Dämmerung wird die Arbeit eingestellt. Als Zeichen des häuslichen Friedens entzündet die Hausfrau die Sabbatlichter. Das Festmahl beginnt mit dem Lob der Ehefrau und dem elterlichen Segen über den Kindern. Dann wird der Tag geheiligt durch den Segensspruch über einem Becher Wein, dem Kidduschbecher, und über zwei geflochtenen Weißbroten, die Berches oder Challa genannt werden. Das Abendessen wird umrahmt von Gesängen und Erklärungen zum wöchentlichen Toraabschnitt. Den folgenden Tag verbringt man beim Gottesdienst und beschäftigt sich mit der Lehre - einzeln und in Gemeinschaft. Nach dem Abendgottesdienst findet dann die Zeremonie der Trennung vom Sabbat statt: Man riecht an der Besamin-Büchse, die mit Gewürzen gefüllt ist. Ihr Duft soll über den scheidenden Sabbat hinwegtrösten. Das Familienoberhaupt spricht über einem Becher Wein und dem Licht der geflochtenen Hawdalakerze, die nur am Sabbatausgang entzündet wird, „den Segen der Trennung zwischen Sabbat und Wochentag".

Schächten oder Schechita:
Bezeichnung für die Schlachtung gesunder reiner Tiere nach den Bestimmungen des jüdischen Gesetzes. Das Schächten
erzielt fast völlige Entblutung und ermöglicht damit die Einhaltung des biblischen Verbots von Blutgenuss: In der jüdischen Religion wird Leben und Blut gleichgesetzt: Der Grundsatz „Allein esset das Fleisch nicht mit seinem Blut, in dem sein Leben ist" (Gen 9,4) gilt seit Noah. Ein gläubiger Jude darf deshalb kein Fleisch essen, welches das lebenswichtige Blut enthält.

Schofar:
Ein aus dem Horn des Widders hergestelltes Blasinstrument, das am Rosch ha-Schana und am Ende der Jom Kippur-Andacht Anwendung findet. Der Schofar wird in genau festgelegter Reihenfolge auf drei verschiedene Weisen geblasen: die Töne auf dem Schofar werden als ein göttlicher Ruf verstanden, da der Überlieferung nach die Offenbarung am Sinai von den Tönen des Schofarblasens begleitet war (Ex 19,16: „.. .eine schwere Wolke lag über dem Berg, und mächtiger Posaunenschall ertönte").

Synagoge:
(Griechische Bezeichnung für Ort der Versammlung) Nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels durch die Römer 70 n. Chr. trat die Synagoge an dessen Stelle. Sie ist aber kein Ersatz für den Tempel, bei dem der Opferkult im Mittelpunkt stand, sondern vielmehr ein Ort der Begegnung: ein Haus, in dem Toralesung, Gebet und Lehre eine zentrale Rolle spielen, eine Lehr- und Diskussionsstätte.

Talmud:
Neben der Tora ist der Talmud, der in langer mündlicher Überlieferung entstanden ist, das Hauptwerk des Judentums. Der Talmud setzt sich aus Mischna und Gemara zusammen. Die Mischna ist eine nach Materien geordnete Sammlung jüdischer Gesetze und auf hebräisch geschrieben. Die Gemara ist ein vielschichtiger, hauptsächlich in Dialogform gehaltener Kommentar der Mischna und auf hebräisch und aramäisch geschrieben.

Tora:
Oft wird heute darunter das jüdische Religionsgesetz von der Bibel bis hin zu den jüngsten halachischen Entwicklungen verstanden. Im engeren Sinne handelt es sich um die Bezeichnung für die Mose am Sinai übergebene Offenbarung Gottes und den Pentateuch, die fünf Bücher Moses. Die Tora wird im Gottesdienst, insbesondere am Sabbat, in einem einjährigen Zyklus, aufgeteilt nach Wochenabschnitten, aus einer handgeschriebenen Pergamentrolle vorgelesen. Die Torarolle ist reich geschmückt und wird im Toraschrein verwahrt.

Zusammenstellung von Angelika Schindler






Erstellt: 20-04-07
Letzte Änderung: 05-10-11