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29/08/08

Glossar

Die wichtigsten demografischen Begriffe

  • Demografie
1. Wissenschaft, die die menschliche Bevölkerung, ihre Dimensionen und Strukturen, ihre Evolution und ihre allgemeinen Merkmale, im wesentlichen aus einer quantitativen Perspektive, untersucht.
2. Wissenschaftliche Untersuchung über die menschliche Bevölkerung, im wesentlichen mit Bezug auf ihre Größe, ihre Struktur und ihre Entwicklung; sie bezieht vor allem die quantitativen Aspekte ihrer allgemeinen Merkmale mit ein. Um hervorzuheben, dass sich Demografie mit statistischen Aspekten der Bevölkerungsgröße und -struktur befasst, wird sie manchmal auch als formale Demografie bezeichnet, im Unterschied zu Bevölkerungsstudien, die auch die Untersuchung von demographischen Ereignissen und sozialen, ökonomischen oder anderen Phänomenen beinhaltet.


  • Fruchtbarkeitsrate (Fertilitätsrate)
Verhältnis der Anzahl der Lebendgeburten zur Anzahl der Frauen im reprokuktionsfähigen Alter. Wenn sie ohne zusätzliche Angaben benutzt wird versteht man darunter die Anzahl der Lebendgeburten pro 1000 Frauen im Alter von 15 bis 49 bzw. 15 bis 44 Jahren. Die Kennzahl kann entweder der Durchschnittswert bzw. die in der Jahresmitte ermittelte Zahl von Frauen dieses Alters sein, oder sich auf die Anzahl der Lebensjahre dieser Gruppe im Beobachtungszeitraum (Person - Jahr) beziehen. Diese wird oft "allgemeine Fertilitätsrate" genannt. Altersspezifische Fertilitätsraten werden als Anzahl der Geburten von Frauen in einer bestimmten Altersguppe definiert.
N.B.
In Grossbritannien beträgt das Alter 15 bis 44 Jahre.


  • Altersspezifische Fruchtbarkeitsrate
Anzahl der Lebendgeburten von Frauen eines bestimmten Alters im Verhältnis zur Gesamtanzahl von Frauen des gleichen Alters. In der Regel bezieht sich diese auf ein-Jahres oder fünf-Jahres Altersgruppen für den Zeitraum eines Kalenderjahres und pro 1000 Personen des jeweiligen Alters und Geschlechts.


  • Geburtenrate
Anzahl von Geburten während eines Jahres im Verhältnis zur durchschnittlichen Bevölkerung in diesem beobachtetem Zeitraum, wird auch als Bevölkerung zur Jahresmitte veranschlagt.

  • Anzahl der Geburten pro 1000 Einwohner pro Jahr.
Anzahl der Lebendgeburten, die in einer Bevölkerung während eines bestimmten Zeitraums beobachtet werden, im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße während dieses Zeitraums. Dort, wo der Begriff der Geburtenrate ohne nähere Angaben verwendet wird, wird er als Rohgeburtenrate verstanden und alle Lebendgeburten werden auf die gesamte Bevölkerung bezogen. Die Zahl wird gewöhnlich pro 1000 berechnet, der gebräuchlichste Zeitraum ist ein Kalenderjahr.

  • Sinkende Geburtenrate
Dieser Begriff wird verwendet, wenn die Geburtenrate zu gering ist, um den Erhalt der Bevölkerung zu sichern; als Vergleichsziffer wird die Sterberate oder häufiger noch die Geburtenrate eines früheren Zeitraumes herangezogen.
Linktipp:
N.B.
In Österreich, Irland, Portugal und Spanien würde eine sinkende Geburtenrate einfach bedeuten, dass die Geburtenrate niedriger ist als eine vorhergehende.
In Finnland wird ein anderes Konzept verwendet: "ungenügender Fertilitätszuwachs"; Fertilitätsrate, die ungenügend ist, um den Bevölkerungszuwachs und ihre derzeitige Anzahl über eine Generation zu erhalten. Die Rate des Fertilitätszuwachses in einer bestimmten Bevölkerung hängt ab von dem Grad der weiblichen Sterblichkeitsrate der Jahresabschnitte vor dem Ende ihrer Fruchtbarkeit.

  • Kohorte
In der Demografie wird damit eine Gruppe von Personen bezeichnet, die ein bestimmtes Ereignis in einem spezifischen Zeitraum erfahren oder die durch bestimmte gemeinsame Merkmale definiert sind (geographischer Standort, Alter, Geschlecht, Ausgesetztsein zu einer Krankheit, etc.). Geburtenkohorte bezieht sich demnach auf eine Gruppe von Personen, die während eines bestimmten Zeitraumes, gewöhnlich bezogen auf ein Kalenderjahr, geboren werden.
Der Begriff Generation kann als Synonym zu Geburtenkohorte verwendet werden. In der Epidemiologie ist die Definition ähnlich, wobei hier allerdings das Augenmerk auf die Tatsache gelegt wird, dass die Personen einer Kohorte während eines Beobachtungszeitraumes bzw. einer Längsschnittstudie weiterverfolgt werden können.

  • Lebenserwartung
Eine Schätzung der Durchschnittsanzahl von Jahren, die eine Person ab einem bestimmten Alter erwarten kann zu leben. Die voraussichtliche Lebensdauer bei Geburt ist ein spezieller Fall, bei dem die durchschnittliche Lebenszeitspanne von Geburt bis zum Tod in einer Bevölkerung dargestellt wird. Dies ist eine hypothetische Zahl, die auf der Basis von gegenwärtigen altersspezifischen Sterblichkeitsraten berechnet und auf die Zukunft hochgerechnet wird.


  • Tatsächliche Migration/ Wanderungsbilanz
Der Unterschied zwischen der Anzahl von Einreisen in einem Land und der Anzahl von Ausreisen aus einem Land oder einem Verwaltungsbezirk. Die tatsächliche Migration kann ein negatives oder positives Zeichen sein: tatsächliche Einwanderung bedeutet, dass die Ankünfte die Ausreisen übersteigen und tatsächliche Auswanderung liegt vor, wenn das Gegenteil zutrifft.

  • Population
1. Bevölkerung; 2. Grundgesamtheit; (Population)
In der Demographie:
1a. Menschen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem bestimmten geographischen Gebiet leben.
1b. Im weiteren Sinne Teile der (Gesamt-) Bevölkerung, die nach verschiedenen Kriterien wie z.B. Zeit, Ort, Alter, Geschlecht, Beruf etc. verschiedenen Kategorien zugeordnet werden können; diese nennt man Sub-Population oder Teilbevölkerung.
In der Statistik:
Gesamtanzahl von Menschen, Institutionen, Dokumenten, Ereignissen etc. aus der eine Stichprobe gezogen werden kann. Der Ausdruck Population wird ebenso zur Bezeichnung der Stichprobe, der Beobachtungsgruppe oder der Untersuchung verwendet.


  • Reproduktionsrate (Bruttoreproduktionsrate, reproduktive Rate)
Ein Indikator für Bevölkerungsaustausch, der auf der Annahme basiert, dass die Mortalität vor dem Ende der Reproduktionsperiode gleich Null ist. Er wird als Durchschnittszahl der lebenden Töchter definiert, die innerhalb einer hypothetischen weiblichen Geburtenkohorte geboren werden würden, die ihrerseits einem Set von altersspezifischen Ferilitätsraten unterliegen würden.
Sie entspricht der totalen Fertilitätsrate multipliziert mit dem Anteil von Mädchen aller lebendig geborener Kinder.
Eine Bruttoreproduktionsrate von 1 bedeutet, dass die Generation der Töchter der Generation der Mütter gleichen würde, wenn alle Töchter bis zum Ende der Reproduktionsperiode überleben würden. Die Menge, die auch die Überlebenden bis zum Ende einer Reproduktionsperiode einbezieht, wird Nettoreproduktionsrate genannt.

  • Zensus (Volkszählung)
Verwaltungsvorgang, der versucht, alle Mitglieder einer Bevölkerung und demographische, wirtschaftliche und soziale Daten zu erfassen. Eine Volkszählung wird durchgeführt, um Informationen über den Zustand der Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erhalten. Normalerweise wird diese alle 10 Jahre durchgeführt.
N.B.
In Frankreich findet sie alle acht Jahre statt.
In den Niederlanden wurde die nationale Volkszählung abgeschafft; ein lokales Informationssystem wird auf einer durchgehenden Grundlage vergleichbare Daten zu weitaus niedrigeren Kosten anbieten.

  • Zeugungsfähigkeit
Die biologische Fähigkeit von einem Mann, einer Frau oder einem Paar, lebende Kinder zu zeugen, unabhängig davon, ob Nachkommen gezeugt wurden oder nicht. Dies muss vom Begriff der Fruchtbarkeit unterschieden werden, der die tatsächlich geborenen Kinder meint.

Erstellt: 08-11-04
Letzte Änderung: 29-08-08