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Interviews, Hintergründe und Filmkritiken rund um den Schwerpunkt "Neues Deutsches Kino" auf ARTE.

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Interviews, Hintergründe und Filmkritiken rund um den Schwerpunkt "Neues Deutsches Kino" auf ARTE.

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Mittwoch 15. Oktober 2008 um 14.55 Uhr - 30/09/08

Good Bye, Lenin!

Sommer 1990: Alex' Mutter lag acht Monate lang im Koma und hat seelenruhig die Wende verschlafen. Um ihr den sicheren Herzattackentod zu ersparen, belebt Alex die DDR auf 79 Quadratmetern wieder. Schnell stellt er fest, dass sich dieser Plan schwieriger umsetzen lässt, als erwartet ... ARTE zeigt den Film mit Daniel Brühl in der Hauptrolle in der Reihe "Das neue deutsche Kino".

Ost-Berlin, Sommer 1990: Deutschland steht vor der Wiedervereinigung. In irrwitzigem Tempo wird der sozialistische Traum entsorgt. DDR-Produkte verschwinden aus den Regalen, Coca-Cola-Banner schmücken Plattenbauten. Eine Übernahme im Handstreich. Nur für den 21-jährigen Alex geht nichts voran. Kurz vor dem Fall der Mauer fällt seine Mutter Christiane, eine verdiente Aktivistin der Deutschen Demokratischen Republik und Gorbatschow-Anhängerin, nach einem Herzinfarkt ins Koma - und verschläft den Siegeszug des Kapitalismus. Als sie wie durch ein Wunder nach acht Monaten die Augen wieder aufschlägt, erwacht sie in einem neuen Land. Sie hat nicht miterlebt, wie West-Autos und Fast-Food-Ketten den Osten überrollen, wie man hastig zusammenwachsen lässt, was zusammengehört. Lenin ist von seinem Sockel gestiegen. Die Faust zum sozialistischen Gruß gereckt, schwebt er von einem Helikopter baumelnd ein letztes Mal durch die Straßen der Hauptstadt. Good Bye, Lenin! Welcome D-Mark.
Erfahren darf sie von alledem nichts: Zu angeschlagen ist ihr schwaches Herz, als dass sie die Aufregung überstehen könnte. Alex ist keine Atempause gegönnt. Um seine Mutter zu schützen, lässt er nun auf 79 Quadratmetern Plattenbau die DDR wieder auferstehen. Schnell stellt er fest, dass sich dieser Plan schwieriger umsetzen lässt als erwartet ...


ZUSATZINFORMATION

Er wurde mit dem Bayerischen, dem Deutschen und dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet, an den Kinokassen schlug er alle Rekorde. "Good bye, Lenin!" ist ein skurriler Trip in eine Zeit, die noch gar nicht so lange vorbei und doch so fern ist. Regisseur Wolfgang Beckers Szenario ist ebenso absurd wie denkbar. Genau diese Spannung zwischen Satire und Realitätsnähe verleiht dem Film seinen besonderen Charme, zumal es sich der Regisseur nicht nehmen lässt, an beiden Systemen leise, aber dennoch hörbare Kritik zu üben. Über sechs Millionen Zuschauer haben den Film gesehen, der damit einen der größten Erfolge des deutschen Kinos darstellt. "Good bye, Lenin!" räumte 2003 bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises insgesamt neun Trophäen ab, gewann bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises drei Haupt- und drei Publikumspreise, holte drei Bambis, den Bayrischen Filmpreis, den César in Frankreich und war für den Golden Globe als bester ausländischer Film nominiert.
Daniel Brühl ist ohne Frage der Shooting Star unter den deutschen Schauspielern. Für seine Rolle eines an Schizophrenie erkrankten jungen Mannes in Hans Weingartners "Das weiße Rauschen" wurde er 2002 mit dem Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchsdarsteller und mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erhielt er den Deutschen Filmpreis für seine darstellerischen Leistungen in Benjamin Quabecks "Nichts bereuen". Der Durchbruch gelang Daniel Brühl kurz davor mit dem Kinoerfolg "Schule" (2000) von Marco Petry.
2003 stand er in "Was nützt die Liebe in Gedanken" mit August Diehl vor der Kamera. 2004 spielte er in Oliver Hirschbiegels "Der Untergang" und sorgte für Aufsehen an der Croisette, wo er mit "Die fetten Jahre sind vorbei", einer erneuten Zusammenarbeit mit Hans Weingartner, den ersten deutschen Wettbewerbsbeitrag seit elf Jahren vorstellte. Seinen ersten internationalen Auftritt hatte er 2004 in dem Drama "Der Duft von Lavendel" an der Seite von Judi Dench und im Jahre 2007 spielte er in Paul Greengrass ' "Das Bourne Ultimatum", unter anderem mit Matt Damon, Julia Stiles und Franka Potente, den Bruder von Marie, der Freundin des Protagonisten Jason Bourne. Im Oktober 2008 wird er in Marco Kreuzpaintners Romanverfilmung "Krabat" von Otfried Preußler in den deutschen Kinos zu sehen sein.
Die 1956 in Schwerin geborene Schauspielerin Katrin Saß war eine der populärsten Darstellerinnen der DDR. Bereits mit ihrem ersten Leinwandauftritt, dem 1979 unter der Regie von Heiner Carow entstandenen Ehedrama "Bis dass der Tod euch scheidet", avancierte sie zur gefragten Charakterdarstellerin. Filme wie "Die Verlobte" (1980) von Günther Rücker, "Bürgschaft für ein Jahr" (1981) von Herrmann Zschoche, der ihr bei der Berlinale einen Silbernen Bären als Beste Hauptdarstellerin bescherte, die beiden Roland Gräf Arbeiten "Das Haus am Fluss" (1984) und "Fallada - Das letzte Kapitel" (1987) sowie "Heute sterben immer nur die Anderen" (1989) von Siegfried Kühn gehören dank der Mitwirkung von Katrin Saß zu den wichtigen Hinterlassenschaften der DEFA. Nach der Wiedervereinigung war Katrin Saß in Fernsehproduktionen zu erleben, bis sie in Janek Riekes "Härtetest" (1997) nach längerer Pause wieder in einem Kinofilm ihre Wandelbarkeit unter Beweis stellen konnte. Für ihre herausragende Leistung in Michael Kliers "Heidi M." (2001) feierte sie mit dem Deutschen Filmpreis als Beste Hauptdarstellerin ein furioses Comeback. 2003 erschien ihre Autobiografie "Das Glück wird niemals alt", worin die Künstlerin ganz offen von den Höhen und Tiefen ihres Lebens erzählt. Außerdem ist sie derzeit in verschiedenen TV-Serien zu sehen, unter anderem in "Siska", "Donna Leon", "Der Alte", "Tatort" und "Mitten im Leben".


Good Bye, Lenin!
Mittwoch 15. Oktober 2008 um 14.55 Uhr
Keine Wiederholungen
(Deutschland, 2003, 113mn)
ARTE/WDR

Erstellt: 15-09-08
Letzte Änderung: 30-09-08