Goethes persönlicher Wunsch einer Vertonung seines Werks durch den groβen Komponisten Mozart blieb ihm leider verwehrt. Doch Gounods Bearbeitung ist deshalb nicht weniger erfolgreich, ganz im Gegenteil. Keine Vertonung des Faust- materials erfreute sich bisher einer solchen Beliebtheit wie die Gounods. 1856 erschien sein Stück zunächst als Oper mit Dialogen für das Théâtre Lyrique in Paris, wobei der Künstler die französische Boulevard-Version des Stoffes als Vorlage benutzte, nachdem er sich zuvor lange mit dem Goetheschen Original beschäftigt hatte. Das Werk wurde je nach Aufführungsort immer wieder gekürzt und auch erweitert, womit es sich ständig im Wandel befand, was heute häufig zu Diskussionen führt. Nun wird in Düsseldorf die Oper ganz modern von Michael Simon inszeniert. Für den Regisseur ist diese Inszenierung eine Herausforderung. Was zählt, ist in erster Linie sich vom Original zu lösen. Auch Gounod hatte die ursprüngliche Geschichte stark abgewandelt und den Fokus vor allem auf die junge Frau gelegt, die sich verliebt, ein Kind erwartet und vom Vater dieses Kindes verlassen wird. Daraufhin tötet sie ihr Kind, was zur Folge hat, dass sie von der Kirche verfolgt wird und in einen Teufelskreis von Leid und Schuldgefühlen gerät, aus dem sie sich nicht zu befreien vermag. Drahtzieher der Tragödie ist Méphistophélès. Simon, der seit einigen Jahren in Düsseldorf zu Hause ist und als Opernregisseur arbeitet, hat gerade in Dresden Goethes Werther inszeniert. Er betont vor allem das Medium, indem er sich moderner Videoinstallationen bedient, die die Seelenbilder der Figuren offen legen sollen. Star des Abends ist die Sopranistin Nataliya Kovalova als Marguerite... zu sehen und zu hören noch bis Ende März.
Kommende AufführungenOpernhaus Düsseldorf
Heinrich-Heine-Allee 16a
40213 Düsseldorf
Am 3./ 6./ 8./ 11./ 14./ 17./ 24./ 27./ 30. März 2007
Links>>Offizielle Website der Rheinoper Düsseldorf
>> Biographie Charles Gounods






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