Bevor sie in NY zur Muse von Andy Warhol wurde und bald der ganzen Welt den Kopf verdrehte, arbeitete die sprachbegabte Grace als Spanischlehrerin. Grace´ Vater war Pastor auf Jamaika, die ganze väterliche Familie war sehr christlich – andererseits war ihr Grossvater mütterlicherseits ein Womanizer und Musiker.
Von heute aus erstaunlich ist, wie zeitlos Grace Jones wirkte – als ob sie schon immer ausserhalb jedes Trends gestanden hätte. 19 Jahre sind seit ihrer letzten Platte vergangen - Grace Jones hat in der Zeit „Urlaub gemacht“, wie sie selbst sagt. Sie hat ihr Leben in Europa, Amerika und Jamaica genossen, Parties gefeiert und von Tantiemen, Filmgagen und gut dotierten Gala-Auftritten gelebt. Vom Musikgeschäft hatte sie die Nase voll. Auf ihrem Comeback-Album „Hurricane“ macht die scheinbar alterslose Miss Jones jetzt nur noch das, was SIE will. Und das ist deutlich düsterer als man es von einem glamourösen Ex-Model vermuten würde. Für das englische Magazin „Dazed & Confused“ hat sie eine verstörende Fotoserie mit dem Avantgarde-Filmer Chris Cunningham kreiiert.
Wirklich deprimierend ist, dass KEINE grosse Plattenfirma das neue Grace Jones Album veröffentlichen wollte. Miss Jones und ihr englischer Produzent Ivor Guest haben es auf eigene Kosten in einem winzigen Studio aufgenommen. Zum Glück hat sich das englische Indie-Label „Wall Of Sound“ „erbarmt“ und das tolle, eher sperrige Album „Hurricane“ veröffentlicht. Grace Jones ist es ohnehin egal, was irgendjemand da draussen denkt – sie lebte schon immer in ihrer eigenen Zeit und Welt.







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